Halloween-Pasta (Mafianudeln anders)

Meine facebook-Freundin Antonie ist immer für ein Späßchen zu haben. So poppte sie mir neulich unter mein Kartoffelernte-Foto 2014 ein Pasta-Rezept, frei nach dem Motto „Falls Dir die Kartoffeln doch als Wintervorrat nicht genügen“. Ich klickte auf den Link und war erstmal etwas irritiert ob des Namens. „Mafianudeln“, so bezeichnet es lecker.de und wird auch unter diesem Namen auf foodboard.de geführt. Noch heute überlege ich, wie man einem derart leckeren Essen einen derart dämlichen Namen verpassen kann? Was haben Mafia, egal ob italienisch oder russisch, Steakstreifen, Tomatensauce gemeinsam? Trinkt die russische Mafia gerne Wodka? Die italienische Mafia genießt von morgens bis abends Tomatensauce zum Steak? Kurzum, das von mir leicht abgewandelte Rezept bekam einen anderen Namen verpasst: „Halloween-Pasta“. Schön bunt, lecker, und beim Anrichten kann man seiner Phantasie ebenfalls freien Lauf lassen, besonders an Halloween. 😀

Halloweenpasta_Header

Vorab: Ich hatte alles eingekauft. Doch, wirklich alles. Dass die einzige Zwiebel im Haushalt allerdings bereits den Geist aufgegeben hatte, indem sie im Zwiebelbehälter vor sich hintrocknete – ich wusste es nicht, bis ich heimkam. So verwendete ich an Stelle frischer Zwiebel wie im Ursprungsrezept einfach getrocknetes Zwiebelgranulat, das habe ich immer vorrätig und es ist auch besser bekömmlich für Leute mit gewissen Zwiebel-Unverträglichkeiten. 😀

Weiterhin entschied ich mich für einen wundervoll violetten Blumenkohl an Stelle von Brokkoli. Vielleicht ist es auch ein Brokkoli, ich weiß es wirklich nicht, von beiden Gemüsen scheint es tatsächlich alte Sorten zu geben, die völlig ungefärbt violett wachsen und ich vergaß, am Bioland-Marktstand auf dem Markt zu fragen. Geschmacklich kommt er jedenfalls eher Blumenkohl oder Romanesco nahe. Ich habe auch kein Ribeye-Steak gekauft, sondern ein Rumpsteak von 270 Gramm Gewicht. Die von mir verwendete Gesamtmenge ergab drei Portionen, macht so nur 90 Gramm Fleisch pro Portion, das ist meiner Meinung nach absolut ausreichend. Von der leckeren Sauce habe ich noch etwas übrig, sie wird eingefroren. Ach ja, die Tomatensauce. Es ist kaum zu glauben, die Kombination von Wodka und Tomaten schmeckt hervorragend, ich werde sie ganz sicher in meine Stammgerichte aufnehmen. So kann auch ein Veganer, der nicht dem Alkohol abgeschworen hat, seinen Speiseplan durch dieses Rezept erweitern. Allerdings weiß ich natürlich nicht, ob nicht doch Kleinstlebewesen beim Brennvorgang  getötet werden. 😀

Dass Blumenkohl zu Tomatensauce schmeckt, auch das war mir bisher unbekannt. Brokkoli findet man auf der ein oder anderen Pizza wieder, aber Blumenkohl doch eher selten. Wie auch immer, es hat mir absolut gut geschmeckt, die Kombination einer Wodka-Tomatensauce mit Steakstreifen, Pasta und Blumenkohlröschen sollte wirklich jeder mal probiert haben. Nicht nur an Halloween. Die von mir mitgekochten Blumenkohlblätter (ja, man kann sie essen, bloß nicht wegwerfen, sie intensivieren auch das Aroma) färbten die Pasta herrlich zartgrün ein, leider sieht man dies nicht auf allen Bildern. 🙂

Übrigens habe ich hier in Frankfurt auf dem Wochenmarkt an der Konstablerwache am Stand der Bauernkäserei „Herbertsmühle“ einen unheimlich wertvollen Hinweis bekommen diese Woche: Eine der Verkäuferinnen empfahl mir, an Stelle von gehobeltem Parmesan oder meinem Liebling Pecorino ihren alten Schafmilchgouda zu Nudeln auszuprobieren. Ich verließ den Stand mit allen drei Käsesorten und bin nun um die Gaumenfreude reicher, dass alter Schafgouda der komplette Oberknüller zu italienischen Nudelgerichten ist. Auch dieser wird ab sofort in meinem Kühlschrank vorrätig sein, er ist zwar mit über 3 Euro für 100 Gramm nicht günstig, aber man benötigt beim Anrichten auch weniger davon, um den Gaumen zu erfreuen.

Genug der einführenden Worte, nun mein Rezept, außer dem Steak von der Landmetzgerei Kaufmann auf dem Konsti-Bauernmarkt ( so nennen ihn Frankfurter Einwohner oder Insider liebevoll) natürlich alles in Bio-Qualität. Wäre Mittwoch gewesen, hätte ich das Steak selbstverständlich an meinem Lieblingsstand auf dem Bornheimer Wochenmarkt gekauft, beim Vogelsberger. Aber bis Samstag oder zum nächsten Mittwoch (dann sind unsere Markttage hier im Stadtteil) warten, das konnte ich einfach nicht. Das Steak vom Konsti-Markt steht dem vom Vogelsberger qualitativ übrigens in nichts nach. 🙂

Zutaten

  • 3 Roma-Tomaten, gewürfelt
  • 1 Rumpsteak (270 Gramm), in feinen Streifen ohne Fettrand
  • 300 Gramm Tagliatelle
  • 1 Dose gestückelte Tomaten
  • 1 Zehe Knoblauch, gehackt
  • 1 violetter Blumenkohl (haltet an Bio-Ständen auf Wochenmärkten danach Ausschau, es lohnt sich!)
  • 2 große Schluck Wodka
  • 1 Schluck Sahne
  • alter Schafgouda (Ersatzweise Pecorino oder Parmesan)
  • 2 Chilis, eine wird nur angeritzt und mitgekocht, die andere entkernt und in feine Streifen geschnitten ohne Samen, ersatzweise 1 Chili und eine halbe rote Paprika verwenden
  • Zwiebelgranulat (etwa 1 gehäufter EL)
  • 1 EL Olivenöl
  • 2 EL Bratöl
  • 1 gestrichener TL Salz, 1 gestrichener TL gemahlener weißer Pfeffer, 1 EL Rohrzucker

Material

2 Töpfe, 1 Pfanne, Sieb, Kochlöffel, Messer, Schneidbrett, usw.

Zubereitung

Eins noch: ich habe mir angewöhnt, um nicht während dem Kochen ins Schleudern zu geraten, schon vorab alles zu schnippeln und dann nach und nach zu verwenden, so kann man unnötigem Kochstress aus dem Weg gehen. Also erstmal schnibbeln: Blumenkohl putzen, waschen, in Röschen teilen. Die Blätter des Blumenkohls längs in Streifen schneiden, die dünnen grünen Streifen von den Strunkstreifen trennen. Die Roma-Tomaten waschen und in Stücke schneiden. Das Rumpsteak in Streifen schneiden, Fettränder entfernen.  Die eine Chili (eine ganz normale herkömmliche) mit einem scharfen Messer anritzen, die andere (ich nahm eine Gorria aus meinem Garten) oder eine halbe Paprika von den Samen befreien und in dünne Streifen schneiden. Knoblauchzehe hacken, Käse reiben (kann man aber auch beim Anrichten, ist klar).

Jetzt kanns losgehen: in einem Topf Salzwasser zum Kochen bringen, währenddessen im zweiten Topf das Olivenöl erhitzen und Zwiebelgranulat, die dunkelgrünen Streifen der Blumenkohlblätter mit gehacktem Knoblauch anrösten, mit dem ersten Schluck Wodka ablöschen, Tomatenwürfel und Dosentomaten hinzugeben, mit Salz, Pfeffer, Zucker würzen und köcheln lassen. Nun Pasta, Blumenkohl und die in Streifen geschnittenen Strunke der Blumenkohlblätter in den Wassertopf geben, ca. 10 Minuten kochen. Währenddessen die Steakstreifen von beiden Seiten in Portionen anbraten, etwa 30 Sekunden genügen pro Seite. (Ich gebe sie immer in einen abgedeckten Teller zum „Nachziehen“, gerade bei Steakfleisch wird oft der Fehler gemacht, es zu zähen Schuhsohlen zu braten, einfaches kurzes Anbraten genügt, damit man es noch kauen kann und es zart bleibt. Das Fleisch ist bereits tot, noch toter braten geht nicht.. 😉 )

Mit einem Schaumlöffel die Blumenkohlteile herausnehmen und kurz unter fließend kaltes Wasser halten (so wird die Farbe der Kohlröschen schöner). Nudeln durch ein Sieb abgießen, den zweiten großen Schluck Wodka und den Schluck Sahne in die Tomatensauce gießen, nochmal umrühren und alles zusammen nach Belieben mit dem frisch geriebenen Käse und etwas frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer anrichten. Ach, ich könnt schon wieder, die Wodka-Flasche ist ja noch fast voll… 😀

(Hinweis: Den unterschiedlichen Farben der Bilder ist geschuldet, dass sie zum Teil mit Blitz, zum Teil ohne oder am nächsten Tag bei Tageslicht entstanden)

 

 

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