Weizen-/Buchweizen-Brot (Hefe)

Ich bin heute trotz Halsweh seit 2 Tagen der glücklichste Mensch überhaupt. Ich kann mein Glück kaum fassen, ich habe erstmals in meinem Leben meinen persönlichen Feind Hefe besiegt und mein allererstes Brot gebacken! Was soll ich sagen? Es schmeckt gut und war bis auf einige Hindernisse wie Dauer und in eine Form umpacken einfach in der Herstellung.

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Mein erstes Brot.

Nun, ich wohne ja mitten in der Stadt, auch bei mir gegenüber und nebenan sind Bäckereien, die Sonntags geöffnet haben, natürlich kann man sich dort auch Sonntags Brot kaufen. Die eine Bäckerei ist jedoch ein Discounter, die andere bezieht mittlerweile (wie mir zu Ohren kam) seine Brötchen-Rohlinge billig aus dem Osten, um mithalten zu können und rührt den Teig dafür auch nicht mehr selbst an. Der Bio-Bäcker hat Sonntags zu und so sagte ich leichtfüßig gestern Abend zur besten Tochter der Welt: „Das Brot ist leer? Kein Problem, dann backe ich halt morgen eins“. Sauerteig, Backhefe, verschiedene Mehlsorten, alles war vorrätig, ich hatte durch diverse Brotinspirationen aus dem Netz schon letzte Woche die Vorräte aufgefüllt. Dass ein Großteil der Sauerteigbrot-Rezepte allerdings schon am Vortag vorbereitet werden mussten, war mir neu. Daher überlegte ich, ein ganz einfaches aus Weizen- und Buchweizenmehl mit Hefe zu backen.

Früher hatte ich mal einen Brotbackautomat, diesen gab ich jedoch schon vor Jahren weg, da ich in unmittelbarer Laufweite 4 Bio-Bäcker um meine Wohnung herum habe. In so einem Automat war das recht einfach: alle Zutaten rein, Timer stellen, backen, fertig. Allerdings störte mich bei diesem Modell (es ist ca. 18 Jahre her) immer das Loch im Brot, welches der Knethaken verursachte. So verschenkte ich ihn an meine Mutter und knetete das Brot heute selbst. Was Generationen vor uns Jahrhundertelang bewältigten, dürfte auch für mich ja kein Problem sein..

Dass ich zu spät aufgestanden war, führte dazu, dass Tochter und deren Freund sich ihr Frühstück beim Billig-Bäcker holten (seufz) und ich während der „Hefeteig-gehen-lassen“-Vorgänge um halb 1 mittags, wenn alle anderen schon fast ihr Mittagessen im Bauch haben, schnell ein Spiegelei in die Pfanne schlug, damit ich vor Hunger nicht ohnmächtig werde, aber es hat sich dennoch gelohnt. Falls sich jemand wundert, dass bei meinen Fotos plötzlich ein Ei auftaucht, das war eine Bäckerin-Rettungsmaßnahme, bitte nicht schimpfen. 😀

Es dauerte trotz Rezept-Einfachheit halt etwas länger, Hefeteig war mir auch noch nie vorher gelungen. Der angehende Brotlaib war nach dem dritten „gehen“ platt wie eine Flunder. Blöderweise hatte ich ihn natürlich auf Backpapier gesetzt und dieses vorher nicht eingemehlt. Naja, Fladenbrot sollte es ja nicht werden, ab in eine Kastenform damit. Ich zog und zerrte den Teig mühevoll wieder davon ab und packte die Teigreste in die Schüssel zurück. Da fiel mein Blick beim Betreten unserer kleinen Speisekammer auf eine herzförmige Silikon-Backform, die die beste Tochter der Welt neulich anschleppte, um ihrem Liebsten einen ❤ -Kuchen zu backen.

Eigentlich stehe ich diesen Backformen seit Erscheinen kritisch gegenüber, ich konnte mir nie vorstellen, in Kunststoff etwas zu backen. Doch das heutige Ergebnis hat mich überzeugt. Und nicht nur mich: eben erwischte ich Tochter in der Küche (sie liegt gegenüber meines Arbeitszimmers) , um sich schon die dritte Scheibe innerhalb kurzer Zeit abzusäbeln. Unser Brot ist nun etwas halbherzig 😀 , aber wurde mit Hingabe und klebrigen Fingern gebacken. Da es in unserer Altbauwohnung noch Lamellenheizkörper gibt, war auch ein warmer Platz zum gehen lassen der Hefe gegeben. Funktioniert natürlich aber auch mit leicht geöffneter Backofentür bei unter 50 Grad.

Zutaten

  • 500 g Mehl, ich nahm 300 g Bio-Weizenmehl und 200 g Bio-Buchweizen-Vollkornmehl fürs Brot
  • ca. 100 g Weizenmehl zum kneten, bestäuben
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 1/2 EL Meersalz
  • 1 Prise Bio-Rorzucker
  • 300 ml handwarmes Wasser

Zubereitung

Das Mehl, bzw. die Mehle in eine Teigschüssel geben, Salz untermischen und eine kleine Mulde in die Mitte machen. Die Trockenhefe in einer Tasse in etwas handwarmem Wasser mit der Zuckerprise auflösen und in die Mulde geben. Schüssel für 15 Minuten an einen warmen Platz stellen.

Wenn die Hefe gärt, das Wasser nach und nach zugeben und den Teig kneten, bis er geschmeidig ist und nicht mehr klebrig.

Mit einem Küchentuch bedeckt wieder auf die Heizung stellen und warten, bis sich der Teig verdoppelt hat (das ist der Moment, wo hungrige Kinder das Haus verlassen 😀  )

Dann nochmal kneten und in eine Kasten- und/oder Silikon-Backform geben. Wieder auf die Heizung stellen, bis sich das Volumen verdoppelt hat (nun braucht die Bäckerin ihr Spiegelei, weil sie sonst ohnmächtig wird vor Hunger 😀  ).

Backofen auf 230 Grad vorheizen, unten hinein stellte ich zwei mit Wasser gefüllte kleine Metall-Auflaufformen. Ersatzweise geht auch eine normale Keramik-Auflaufform.

Das Brot mit einem scharfen Messer einritzen, mit einem Backpinsel mit Wasser einpinseln, mit Mehl einstäuben und 15 Minuten bei hoher Temperatur backen. Danach den Ofen 200 Grad stellen und weitere 40 Minuten backen.

Brot herausnehmen, aus der Silikonform stürzen, wenden, zurück in die Form geben und noch einmal die Unterseite 10 Minuten bei 200 Grad  backen, mir war sie sonst etwas zu hell.

Nach dem Abkühlen gab ich das Brot zur weiteren Aufbewahrung in eine Bäckertüte. Während ich diese Zeilen verfasse, war meine Tochter übrigens gerade wieder in der Küche, um sich die vierte Scheibe abzuschneiden. Sie isst es pur, scheint zu schmecken. 😀

Bilder

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20 Kommentare zu “Weizen-/Buchweizen-Brot (Hefe)

  1. Das Brot sieht perekt aus und es ist kaum zu glauben, dass es dein erstes eigenes Brot ist. Auch die Herzform sieht toll aus. Mit Buchweizenmehl habe ich bisher nur im Rahmen meiner glutenfreien Brote gebacken, also dann noch in Kombination mit Nussmehl zum Beispiel. Ich hatte aber ziemlich große Anfangsschwierigkeiten und musste auch viel probieren, bis ich den Dreh beim glutenfreien Backen raus hatte. Ich denke, ich werde den Rest Buchweizenmehl mal für dein Rezept verwenden.

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  2. Wir backen unser Brot auch immer selbst! Es ist einfach etwas wunderbares mit dem Teig zu arbeiten und erst der Duft, welcher beim Backen durch die Wohnung zieht….. *seufz*

    Liebe Grüße und einen guten Start in die neuen Woche
    AnDi

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  3. Es ist so ein Genuss, Brot selbst zu backen, dieser Duft und dann das lauwarme Brot anschneiden,herrlich. Ich kann gar nicht mehr ohne eigenes und versuche immer, mir die zeit so einzuteilen, dass das Brot-Backen irgendwie reinpasst. Weiterhin viel Erfolg, lg Marlies

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  4. Oh wow, was für ein tolles erstes Brot. Ich will das auch unbedingt ausprobieren, aber hatte bisher noch nicht die nötige Ruhe mich in das Thema einzulesen. Aber so ein umwerfendes Herzbrot aus meinem eigenen Backofen wäre schon toll… Liebe Grüße Susi

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  5. Super dass du den Teig besiegt hast ggg!

    Ich mache meinen Teig meist schon einen Tag vorher, parke ihn über Nacht im Kühlschrank und hole ihn dann wieder raus so eine Stunde vor dem Backen. Hefeteige brauchen nicht zwingend Wärme zum Gehen, aber sie brauchen Zeit.

    Bei uns wird leider soo wenig Brot gegessen, sonst tät ich wieder mal SAuerteig selbst ansetzen, das schmeckte mir nämlich am allerbesten.

    Liebe Grüße Sina

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    • Hmm, dann hätte ich ihn ja schon Abends machen können und nur heute morgen backen. Guter Tipp, Danke. 🙂
      Sauerteigansatz mache ich erstmal noch nicht selbst, wenn die Gartensaison beginnt, komme ich sicher nicht mehr zum Backen..

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      • Im Sommer hab ich den auch nie gemacht, ich hatte Angst dass er mir beim Ansetzen kaputt wird. Aber viele Bäckerinnen hier in den Blogs machen wohl das ganze Jahr welchen. Ich hab jetzt ein Rezept gefunden für ein Toastbrot das ist das nächste das ich nachbacken werde. Pfefferschote..deshalb mach ich ihn am Vortag,..spart mir dann Zeit ggg 😉 Ich liebe frischgemachtes Weißbrot!
        lg. Sina

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        • Mmmh, Toastbrot klingt auch sehr gut. Lass wissen, wie es war. 🙂
          Der eine Bio-Bäcker bei mir ein paar Häuser weiter mahlt sogar das Mehl selbst, ich hole mir dort oft eins vom Vortag. Dann ist es wesentlich günstiger.

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