Süß-sauer eingelegte Inka-Gurke mit kurzer Beschreibung der Pflanze

Ich musste nun erst einmal Gedanken und Bilder sortieren. Es ist wirklich unglaublich, was man im Laufe eines Gartenjahres so an Bildmaterial ansammelt, einige habe ich nun ausgewählt und mit ihnen zusammen gibt es einen kleinen Einblick in die Welt der Inka-Gurke. Ich baute sie im Jahr 2014 erstmals in meinem Garten 1 an, die Gürkchen-Ernte war trotz Lehmboden überraschend gut.

Das Saatgut bekam ich von einer Facebook-Freundin geschickt, ich wollte zunächst kaum glauben, dass man aus diesen schwarzen unregelmäßigen harten Samen tatsächlich Pflanzen ziehen könne und dachte erstmal an einen Scherz. Doch die Ernteerträge waren tatsächlich so hoch, dass ich sogar gezwungen war, mir ein Rezept zur Konservierung dieser kleinen Früchte zu überlegen. Dieses findet Ihr am Ende des Beitrages. Schließlich möchte man ja nicht jeden Abend geschmorte Inka-Gurken essen.  So haltbar gemacht, kann man sich den Winter über immer mal ein wenig Sommer aus dem Glas fischen. 🙂

Die Inka-Gurke am Gartenzaun in meinem Garten 1.

Aussaat: April, Auspflanzung: Mitte Mai nach den Eisheiligen, einjährig.

Allen Spöttern zum Trotz, die auf meiner privaten Facebook-Seite hin und wieder frotzelten: Nein, die Inka-Gurke ist eine Inka-Gurke und kein Cannabis. Auch wenn ihre Blätter letzterem wirklich ähneln, sie enthält kein THC. 😀

Dafür ist die einjährige Inka-Gurke laut Rühlemann’s jedoch blutdrucksenkend (was bei Cannabis wohl auch sein kann 😉  ), cholesterinspiegelsenkend und antidiabetisch. In gleichem Link gibt es auch Anbauempfehlungen. Etwas Saatgut zum Tauschen habe ich mir vom letzten Jahr aufgehoben, für interessierte Leser der Hinweis: Bitte über mein Kontaktformular eine Mail schicken, ich melde mich dann. Allerdings tausche ich bevorzugt gegen Bio-Saatgut, bitte beachten. 🙂

Die Inka-Gurke ist ein sehr schönes, rankendes Gewächs, im Internet findet man Beschreibungen der Höhe, die von drei Metern bis zu zehn Metern gehen. Meine Pflanzen wuchsen den zwei Meter hohen Zaun in Garten 1 hoch und dann auf der Rückseite wieder herunter. Möchte man Unannehmlichkeiten wie 2014 in Stuttgart geschehen vermeiden, sollte man sie dann doch besser dort anpflanzen, wo sie nicht auf öffentliche Wege ragt. 😀

Sie mag ein sonniges Plätzchen, Sommerstürme und viel Regen machen ihr jedoch auch nichts aus. Ich empfehle, sie erst spät Mitte April auszusäen, sonst muss man das schnell wachsende Pflänzchen schon im kleinen Anzuchttopf mit einem langen Stock versorgen, der sich nach Einpflanzung Mitte Mai nach den Eisheiligen dann nicht mehr entfernen lässt.

Sobald sie zu blühen beginnt, sollte man täglich kontrollieren, ob sich schon Früchte bilden. Diese werden möglichst in Größe zwischen Olive und Walnuss gepflückt, man kann sie auch direkt von der Pflanze roh essen. Die Inka-Gurke schmeckt wie unsere herkömmliche Salatgurke, allerdings wäre der Aufwand für einen gehobelten Gurkensalat recht groß. Wird sie groß wie und größer als eine Walnuss, beherbergt sie ihre harten unregelmäßigen schwarzen Samen und kann nur noch von diesen befreit mit Frischkäsen, Hackfleisch oder ähnlichem gefüllt gegessen werden. Außerdem bildet die Frucht ab dieser Größe außen herum Stacheln aus, diese kann man jedoch einfach abmachen und sie trotzdem noch verzehren. Mir persönlich schmeckt sie dann roh jedoch nicht mehr so gut, außerdem wird die Frucht in diesem Stadium bis auf das zu gewinnende Saatgut innen hohl, frühe Ernte lohnt also. Die kleinen frisch gepflückten Früchte bewahrte ich im Sommer 2014 im Kühlschrank auf, bis ich die notwendige Menge von einem halben bis ganzen Kilo zum Einlegen zusammen hatte.

Für weitere Beschreibungen bitte die Bilder in der Galerie ansehen, große Bilder gibt es mit einem Klick darauf.

Rezept „Süß-sauer eingelegte Inka-Gurken mit Kurkuma“

Ich hatte 2014 nach Einlegen von Zucchini süß-sauer noch Brühe des Rezeptes übrig und verwendete diese dann einfach für die Inka-Gurken weiter. Ein vorheriger Versuch, sie wie Gewürzgurken sauer einzulegen, schmeckt mir persönlich nicht so gut. Konnte es früher nicht sauer genug sein, mag mein Körper heute nur noch mild-säuerliches.

Gewürze wie Dill-Dolden, Lorbeerblatt, Zwiebeln, Piment, Wacholderbeeren, Pfefferkörner, Senfkörner, frische Paprika usw. kann man wie bei sauer eingelegten Gurken hinzugeben (sieht man auf dem letzten Bild, ich gab bei einer meiner Inka-Gurken-Verarbeitungen auch eine Gorria-Chil in Streifen  und Gewürze, Zwiebeln mit hinein), muss aber nicht sein. Die Gewürze werden, wenn mit diesen zubereitet, direkt in die Gläser gegeben und dann Gurken und Sud zugegeben. Es genügen jedoch auch folgende einfache

Zutaten

  • 1 Kilo kleine Inka-Gurken
  • 50 g Salz
  • 560 ml Essig (Weißweinessig)
  • 375 ml Wasser
  • 500 g Bio-Rohrzucker
  • 1 TL gemahlener Kurkuma
  • vorbereitete saubere Gläser

Zubereitung

Die Inka-Gurken werden gewaschen, vom Stielansatz befreit und in eine Schüssel gegeben. Salzen und für 2 Stunden ruhen lassen. Eventuell entstandene Flüssigkeit abgießen. Essig, Wasser, Zucker und Kurkuma in einem Topf aufkochen lassen, Inka-Gurken portionsweise hineingeben und 5 Minuten darin ziehen lassen, mit einer Schaumkelle herausnehmen und in die sauberen Gläser füllen. Nicht länger, sonst bleiben sie nicht knackig. Den kochenden Sud über die Gurken geben, die Gläser 10 Minuten auf den Kopf stellen, fertig.

Weitere Rezepte für Inka-Gurken (auch eines für süß-saure) findet man übrigens auch bei Kraut & Rosen.

Bilder (das letzte Bild zeigt die eingelegten Inka-Gurken mit Gewürzen, ohne diese schmecken sie nur in den Sud eingelegt jedoch auch sehr gut)

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58 Kommentare zu “Süß-sauer eingelegte Inka-Gurke mit kurzer Beschreibung der Pflanze

  1. Eine schöne und unglaublich grüne und gesunde Pflanze hattest du da. Ein süßes Bild, wo sich die Schlinge um einen Stiel gewunden hat. Sie will ja hoch hinaus. Für das kleine Pflänzchen hat aber wohl das letzte Stündlein geschlagen, sollest du sie nicht aus dem Würgegriff befreit haben 😀
    lg, Reni

    Gefällt 2 Personen

  2. Eine hochinteressante Pflanze! Vor allem was die gesundheitliche Wirkung angeht. Dieses Jahr sind unsere Pflanzkapazitäten jedoch schon ausgeschöpft (haben noch eine kletternde Pflanze geplant und zusammen mit der geplanten mex. Mini-Gurke sind wir aktuell gezwungen uns über eine vertikale Balkonerweiterung Gedanken zu machen 🙂 ). Aber im Balkon-Gartenjahr 2016….. 😉

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    AnDi

    Gefällt 2 Personen

  3. Klasse,

    wieder was Neues kennengelernt, denn diese Inka Gurke kannte ich noch gar nicht.

    Das Rezept spricht mich und meinen Geschmack auch sehr an und wird mal abgespeichert 😉

    Danke für deinen ausführlichen Beitrag, hat mir Freude bereitet ihn zu lesen und zu sehen.

    Liebe Grüsse
    Uschi

    Gefällt 1 Person

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