Mein zukünftiges Kräuterbeet

Ursprünglich hatte ich ja angedacht, mein Kräuterbeet in den Pflanzsteinen anzulegen, da diese stufenförmig aufgestellt sind. Ich erzählte davon dort: KLICK. Aber der Gärtner, der vorletzte Woche einige der 11 Kirschlorbeer im neuen Garten für ein Vermögen ausgrub, meinte, dass der davor stehende Birnbaum die Kräuter zu sehr beschatten würde.

Also habe ich letzte Woche eine Entscheidung getroffen, die mich heute 6 Stunden Gartenarbeit kostete. Das Beet vorne links im Garten musste ausgeräumt werden. Ich verpasste  also dem verholzten Lavendel eine neue Frisur, verpflanzte ihn nach vorne zwischen irgendwelche Hölzer (ich weiß die Namen derer noch nicht) und grub alle anderen Pflanzen danach ebenfalls aus.

Ich muss dazu sagen: ich darf nicht graben. Diese Tätigkeit löst bei mir jedes Frühjahr eine Blockade im Halswirbelbereich aus, die Gleichgewichtsstörungen verursacht, ich kann dann nicht mehr geradeaus laufen. Und das ganz ohne Alkohol! 😀

Die eigentliche Ursache* fand eine Osteopathin nach einem 2 Jahre dauernden Ärztemarathon endlich heraus. Mir wurde zuvor sinnlos 2011 die Nase innen operiert von einem HNO (er meinte, das Innenohr habe zu wenig Sauerstoff, der Trottel) und zwei Neurologen erklärten mich für bekloppt ob meiner Schilderungen der Symptome. Es fühlt sich beim Laufen so an, als würde mir jemand hinten rechts gegen die Schulter boxen, völlig merkwürdig. Seitdem meide ich jedenfalls Spaten und mache lieber fast alles nur noch mit der Elektrohacke (Bodenkrümler) oder lasse umgraben. Naja, heute war aber keiner da, den ich hätte um Grabhilfe bitten können, also habe ich heimlich gegen alle Gesetze deutscher Kleingartenkolonien verstoßen und am heiligen Sonntag die Elektrohacke angeschmissen. 😀

Mit ihr lockerte ich den trotz gestrigen Regens harten Boden rund um die Pflanzen auf und griff dann doch noch zum Spaten, um die Pflanzen herauszuhebeln. Sie wurzelten sehr tief und haben schon einige Jahre auf dem Buckel.  Auf alle Fälle kann ich aber nun endlich morgen meine Kräuter, ein paar Lupinen und meinen Rhabarber im ehemaligen Garten abholen – auch wieder durch ausgraben, seufz. Ich hoffe das geht gut und ich falle nicht wieder wochenlang aus, mein Rekord lag bei 5 1/2 Wochen Krankschreibung und Gartentätigkeitverbot mitten im Frühjahr vor drei Jahren.

Ein Hoch also auf die Osteopathen dieser Welt und auf mein neues Kräuterbeet, das nun den sonnigsten Platz im neuen Garten bekommen hat. 🙂

Bilder nachher / vorher:

Die beiden Stacheldinger (winterharte Yucca aus der Familie der Agavengewächse) habe ich verschenkt, die anderen Pflanzen unter die Hecke gestellt, entweder schaffen sie es, dort zu überleben oder halt nicht. 😀

Von diesen Yuccas gibt es noch drei weitere im vorher fast nur grün und holzig angelegten Garten, eine ist schon der netten Gartennachbarin von meinem ersten Garten versprochen, für die anderen beiden suche ich noch Abnehmer zur Selbstausgrabung – sie sitzen nämlich in Pflanzsteinen. Das tue ich mir und meinen Halswirbeln dann besser doch nicht an. 🙂

* Erläuterung: Meine Halswirbel gehen sehr steil hoch an Stelle der gewohnten Krümmung. Zusammen mit meinem asymmetrischen Hinterkopf  entsteht dadurch bei einigen Tätigkeiten eine Blockade. Die Osteopathin ertastete dies, noch bevor sie meine MRT-Bilder ansah. Seitdem schwöre ich auf Osteopathie. Die Blockade kann bei mir immer nur durch osteopathische Behandlungen wieder gelöst werden. Bei mir und meinem Hobby ist also auch nicht immer alles rosig, aber lassen kann ich es trotzdem nicht. 😀

 

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32 Kommentare zu “Mein zukünftiges Kräuterbeet

  1. Okay, man sagt zwar: wer nicht wagt, der nicht gewinnt, aber Du musst uns versprechen, dass Du es nicht übertreibst!

    Schließlich wäre das eine Katastrophe biblischen Ausmaßes, wenn Du jetzt, mitten im Garten-Umzug, der anstehenden Chili-Umtopf-Aktion und des Frühlings ausfallen würdest! Unabhängig von den Schmerzen! Von daher: pass auf Dich auf, höre gut zu wenn Deine Wirbel Protest anmelden und genieße ansonsten jeden Moment im Garten! 😉

    Die Kräuter werden sich mit Sicherheit pudelwohl fühlen!!!! 😀

    Liebe Grüße
    AnDi

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  2. Nur gut, dass ich schon lesen konnte, dass alles gut gegangen ist mit deinen Wirbeln
    und ich sag‘ auch, pass gut auf dich auf.

    Hast du toll gemacht und richtig viel Fläche für dein Kräuterbeet. geschaffen.

    Schick dir einen sonnigen Gruß zum Abend,
    auch wenn es recht kühl heute ist,

    Uschi

    Gefällt 1 Person

  3. Liebe Corinna,
    wunderbar, wie alles voranschreitet und es unter deinen grünen Daumen wächst und gedeiht. Doch pass nur gut auf, dass du nicht schon wieder bzgl. deiner „Lebenssäulen“ aus dem Verkehr gezogen wirst, weil du Dinge tust, die deinen Wirbeln nicht gerade freundlich gesonnen sind. Wenn dann mal keiner zum graben da ist, sollte man vielleicht doch ein wenig warten, bis Hilfe kommt. Kann dich ja gut verstehen! Wenn man dabei ist, dann wirft man schnell die Gedanken über Bord und gibt sich selbst daran, weil man halt so ungeduldig ist. Ich würde selbst wohl auch so handeln, auch wenn ich dir jetzt und hier davon abrate. Pass aber bitte auf, ja? Wir wollen doch alle hier noch ganz viel von deinen tollen Ideen und deinem Garten sehen *schwärm*
    Dir eine wunderbare und gesunde Woche
    mit lieben Grüßen gespickt
    Heike

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  4. Wow, da hast Du aber wirklich etwas bewegt – und das mit Deinem Halswirbel… Treib’s nicht zu dolle, das ist es – bei aller Liebe zum Garten – nicht wert… Schön langsam, nach und nach, der Frühling fängt erst an… ;-).
    Aber was tut man nicht alles, damit es schön wird… LG Birthe

    Gefällt 2 Personen

  5. Gartenarbeit mit Muskelkraft ist zu schwer für uns. Kein angestellter Arbeitnehmer darf seinen Körper in der Art ruinieren. Das verhindern die Berufsgenossenschaften. Die wollen diese auftretenden Krankheitskosten nicht mehr übernehmen. Maschinen übernehmen die schweren Tätigkeiten, der Mensch dient nur als Lenker/Fahrer und Dirigent.
    So sollten wir unseren eigenen Garten bearbeiten.

    Gefällt 1 Person

  6. Elektrohacke am Sonntag? Hier würdest Du vermutlich geteert und gefedert werden. 😉 Ich wollte kürzlich am Sonntag mit dem Rasentrimmer einigen Büschen zu Leibe rücken, habe es dann aber nach den entsetzen Blicken meines Partners (ich erinnere – er ist Landwirt *grins*) bleiben lassen.
    Liebe Grüsse… und immer schön auf die Halswirbel aufpassen…
    Charlotte

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    • Hallo Charlotte, ich hatte Glück: da es gestern mächtig kalt war, waren die Gärten rundum zeimlich leer. Gartennachbarn, die später eintrudelten, fragte ich dann. Sie meinten, es sei ok. Glück gehabt. Und Danke für Deine Wünsche, merci. 🙂

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