Freutag, 24.04.2015

Der heutige Freutag birgt mehrfache Freuden für mich: zum einen ist morgen endlich Wochenende, zum anderen werde ich heute endlich meine Bio-Bohnen in die Erde stecken. Ich bin gerade noch im Zeitplan, auch wenn ich noch recht schlapp bin, habe ich die Erkältungs-Ausfallwoche wieder ganz gut aufgeholt. Das Gemüsebeet hinter meinem Landsitz hier in der Stadt meiner Gartenlaube ist für alles vorbereitet, die Kartoffeln sind zum größten Teil schon in der Erde und heute sind nun die Bohnen dran. 🙂

Ok, ein letztes Grinsen war ihnen gestern noch zugestanden, bevor ich sie heute Nachmittag unter die Erde bringe:

2015-04-24 Freutagbohne

Happy-Beans.

Es währte jedoch nicht lange… 😀

Als meine Tochter noch klein war, gab es natürlich auch in unserem Haushalt die berühmt-berüchtigten bunten IKEA-Schälchen aus Plastik. Bruchsicher, quietschbunt und Spülmaschinenfest. Nun, ich hob sie bis heute auf und weiche in ihnen jedes Jahr mein Bohnensaatgut für 24 Stunden ein. Ebenso verwende ich sie, um Saatgut am Ende der Saison zur Trocknung und nach Sorten getrennt aufzubewahren. Und noch ein Vorteil: macht man ein Foto von Schälchen und Saatgut, kann auch während der Aussaat für die Buchhaltung (was wohin gesät) nichts schiefgehen. Ich schaue mir einfach das Handyfoto an und weiß so die Sorte, da die Tüten auch über Nacht bei den Schälchen liegen. Sehr praktisch für mitunter strubbelige Menschen wie mich, die ihre Gedanken manchmal sonstwo haben. 🙄

2015-04-24 Freutagsbohnen1

Links drei Sorten Stangenbohnen.

Auf alle Fälle holte ich gestern meine Saatgut-Tüten aus meinem umfunktionierten CD-Koffer, legte alles auf meinem Tisch in der Gartenlaube zurecht und bekam einen gehörigen Schreck: nur drei Sorten Stangenbohnen hatte ich noch, die anderen sind Buschbohnen!

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Bohnenglas von 2014.

Das geht ja gar nicht, ziehe ich doch Bio-Bohnen nicht nur zum Selbstverzehr, sondern auch, um Saatgut tauschen oder weitergeben zu können. Nun ja, schon so etwas ahnend hatte ich morgens mein Bohnen-Vorratsglas aus der Speisekammer geangelt und mitgenommen. Darin ist ein Teil der letztjährigen Bohnenernte aufbewahrt und es blieb vor Schädlingen verschont. (Zu diesen bitte weiter unten den Tipp lesen, wichtig.)

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Bohnen 2015 fast komplett.

 

Zack also, Inhalt des Glases in eine Schüssel geleert, Bohnen, die noch nicht parat lagen nach Mustern sortiert zur Seite gelegt, Rest wieder ins Glas gefüllt und schon waren es deutlich mehr Sorten, nämlich sechs Sorten Stangenbohnen und nur noch drei Blattlausanfällige Buschbohnen, hurra! Von den drei herausgefischten habe ich nur Vermutungen, wie sie heißen könnten. Ich lasse mich einfach überraschen, sollte meine in den Vorjahren gezogene lange blaue Dünne (Ursprung: Garten des Lebens, derzeit vergriffen) auch dabei sein, werde ich Luftsprünge machen! 😀

Das sind die drei Sorten, deren Namen ich nur erahne:

So kochte ich gestern also all meinen Bohnen einen Kamillentee, übergoss sie damit, redete ihnen gut zu und überließ sie ihrem nächtlichen Schicksal. Bis mich auf einem Schränkchen plötzlich noch eine verdächtige Tüte angrinste: meine Amish-Gnuddel-Beans! 😎

Seit Jahren war ich auf der Jagd nach diesen knubbeligen Bohnen, die seinerzeit aus der Schweiz über das große Wasser nach Amerika entführt wurden. Was hatte ich nicht alles getan dafür! Eine Amerikareisende Freundin mit der Suche danach genervt beauftragt, sie lief  sich bei einem Besuch der Amish-People die Füße nach ihnen platt. Mehrfach in Samentauschgruppen gefragt, immer war die Suche nicht von Erfolg gekrönt. Bis sich im März eine liebe Frau aus Dänemark erbarmte und mir Saatgut dieser knubbeligen Sorte im Tausch schickte – ich hätte sie erdrückt dafür, wäre sie in meiner Nähe gewesen, so habe ich mich darüber gefreut! 😀

Und das, liebe Leser, sind sie *tatata-taaaaa*: Amish-Gnuddel-Beans (weitere Schreibweisen: Amish Knuttel, Amish Knuttle, Amish Gnuddle…), laut Vivi aus Dänemark auch Mayflower genannt:

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Endlich: ich habe Amish-Gnuddel-Beans! ❤

Eine kurze Beschreibung der mittelhohen Bohnensorte gibt es dort: KLICK. Ob sie meine Lieblingsbohne wird, kann ich noch nicht sagen, aber sollte nur eine einzige Nacktschnecke wagen, eines der Pflänzchen anzuknabbern – sie wird ihres schleimigen Lebens nicht mehr froh, das schwöre ich! 😀

Nun, bevor ich mich jetzt bald ins wohlverdiente Wochenende (endlich mit angekündigtem Regen!) verabschiede, gibt es aber noch den ultimativen Bohnen-Tipp:

Meine Peinlichkeit des Jahres 2015 gilt es zukünftig nämlich zu verhindern: trocknet man Bohnen zum Verzehr oder zur Saatgutgewinnung, sollte man sie getrocknet dann IMMER zwei Tage lang in einem geschlossenen Behälter im Tiefkühler aufbewahren, wieder herausnehmen und das Behältnis erst öffnen, wenn sie wieder aufgetaut sind. Sonst hat man nämlich eventuell niedliche schwarze Bohnenkäfer im Saatgut, die einem plötzlich von links nach rechts über den Schreibtisch krabbeln…. 😳

So geschehen mir, nachdem ich Bohnen-Saatgut verschickt hatte und die Tüte noch neben der Tastatur lag. Himmel, war das peinlich, ich könnte noch jetzt im Boden versinken! Nachdem ich meine Saatgut-Empfänger darüber informiert hatte, zeigten sich jedoch alle verständnisvoll. Wäre nicht weiter schlimm, wäre ihnen auch schon passiert, uff! Ich hoffe, die dämlichen Käfer haben sich nicht durch alle Bohnen meiner Weitergaben gefressen, dann wächst daraus keine Pflanze mehr. Den Einfrier-Tipp bekam ich in einer tollen Bohnen-Gruppe auf Facebook, herzlichen Dank nochmal dafür. 🙂
Allen, denen ich Bohnen geschickt habe, werde ich nun auch nochmal welche ohne Käferbefall aus dem Glas fischen, an diese Reserve hatte ich im März nicht gedacht, also freut Euch. 🙂

Ein Besuch auf der Bohnen-Atlas-Seite ist sehr lohnenswert, es gibt unglaublich viele alte samenfeste Sorten, die Monsanto & Co zum Trotz erhalten bleiben sollten. Und es ist immer besser, Saatgut zu tauschen, statt in Super- oder Baumarkt in die Saatgut-Ständer zu greifen und damit Natur-Machthaber noch mehr zu bereichern..
(Meine Sorten stammen neben denen von Garten des Lebens ursprünglich aus Bio-Saatgut von Biosaatgut.eu und der Bingenheimer Saatgut AG. Bei letzterer sparte ich mir anfallende Versandkosten, da ich sie am Bioland-Stand auf unserem Wochenmarkt kaufte.)

Nun ein bohniges Wochenende. Äh. Schönes. 😀

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19 Kommentare zu “Freutag, 24.04.2015

  1. den haben wir mit Blumen. Ich hatte mal etwas anderes auch versucht, aber wenn dann die Enkel ihre Seifenblasen machen und die (fast) juengste den Rest zu den Blume giesst …. Im Sommer haben wir auch eine „Wasserstrasse“ auf dem Balkon, da kommt dann auch immer etwas vom Spielwasser in die Blumen. Das alles bekommt ihnen nicht immer so gut und etwas besonderes planzen und sich dann aergern, das lohnt sich nciht

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