Schnecken, Quecken und was pflanzte ich doch gleich?

Diese elenden fiesen Monster. Diese gefräßigen unnützen Viecher. Diese dermaßen dämlichen Ungeheuer haben gestern Nacht im Regen meine Lupinen angefressen, ich bin völlig empört! Unter der Pimpinelle lauerten sie, kaum wurde es dunkel, krochen sie an den vollkommen unschuldigen Lupinen hoch und fielen über einige ihre Blätter her!

Wohlbemerkt: ich säte diese Lupinen bereits 2014 aus, hegte und pflegte sie einen Sommer lang, grub die Pflanzen im Frühjahr in Garten 1 aus und in Garten 2 wieder ein. Um sie dort weiter bis zu ihrer erst im zweiten Jahr auftretenden Blüte weiter zu hegen und pflegen. Nun, da sich die ersten Blütendolden bilden, haben die doofen Schleimer sie als Futterquellen entdeckt und sie gebissen! Mehrfach und an vielen Stellen!

Verräterische Schleimspuren..

Verräterische Schleimspuren..

Mistviecher!

Mistviecher!

Nacktschnecken in allen Größen fand ich unter meiner Pimpinelle im Kräuterbeet. Unter einem großen Stein. In der Erde. Überall waren sie, diese schleimigen Nichtsnutze, die im Kreislauf der Natur allenfalls Igeln, Laufenten (schluchz) und was weiß ich wem als Lebendfutter dienen. Sind das Nützlinge? Nein, ganz sicher nicht. Ich fürchte, dieses Jahr wird es noch mehr Nacktschnecken geben als im Vorjahr, wenn das schon jetzt so losgeht..

Erfreuliches gab es aber auch. Alle, die bisher mein Kräuterbeet sahen, waren der festen Überzeugung, dass mein winterhartes Bergbohnenkraut wohl hinüber sei. Die Pflanze bekam ich vor ca. 5 Jahren von einer ehemalige Vorgesetzten, die mittlerweile in Ruhestand und weggezogen ist. Sie ist sozusagen ein Andenken, so wie viele Pflanzen in meinem Garten. Nun ja, was machte Frau Pfefferschote? Sie gab nicht auf und wässerte den nach Gartenumzug ebenfalls verpflanzten und kräftig heruntergeschnittenen Strauch, der eher totem Holz glich, fleißig weiter. Wasser, immer schön gießen, immer schön wässern. Und seit Samstag treibt es wieder aus, keiner glaubte mehr daran, nur ich.

Bergbohnenkraut: nur noch Holz nach Umzug und Rückschnitt.

Bergbohnenkraut: nur noch Holz nach Umzug und Rückschnitt.

2015-05-04 Bergbohnenkraut2

Nochmal näher: Austrieb.

Mich irritiert jedoch die Blattform – was habe ich da nur aus Garten 1 mitgenommen?   🙄

Heute Nachmittag entfernte ich mit dem Distelstecher unzählige Kriech-Quecken (die nicht minder so bescheuert sind wie Nacktschnecken) im Beet, machte die Fugen der Steinumrandung sauber, häckelte durch und streute Schneckenkorn, die erste Runde. Ich verwende das von Neudorff (Werbefrei gemeint) und hoffe, es eskaliert nicht noch mehr, wenn ich nun schon die gerade ausgeschlüpften eliminiere… Ich würde nämlich sehr gerne endlich einmal blühende Lupinen im Garten haben. Auch zur Saatgutabnahme. Und die Pimpinelle sollte eigentlich in Grüner Soße landen und nicht Schnecken-Ruheplatz nach Lupinenfraß sein. Blöde Viecher da, mpf.

Da sich Quecke und Schnecke auch noch reimt, hab ich schnell was zusammengedichtet:

Es war mal eine Schnecke,
der erging es wie der Quecke
Sie flog aus meinem Beet
sonst ists für Lupinen zu spät. 😀

Einen schönen Montagabend, ich bin völlig kaputt vom afrikanischen Wetter heute…

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57 Kommentare zu “Schnecken, Quecken und was pflanzte ich doch gleich?

  1. wenn ich das so lese, da meine ich, dass Nacktschnecken uns Menschen doch recht ähnlich sind. Ob wir sie deshalb nicht mögen 😉
    Ich sammle sie immer wieder ein, unzählige sind das immer, schleppe sie weit weit weg und doch sind sie am nächsten Tag wieder da, unglaublich :-)))

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  2. Mir hat mal ein Gärtner erzählt: Junge Lupinen sind für Schnecken so ein Leckerbissen wie für uns frischer Spargel. Nur Rittersporn schmeckt noch besser. Tja, ich habe den Kampf aufgegeben. Liebe Grüße, Gaby

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  3. Schnecken sind immer ein dankbares Thema 😉 Ich habe auch schon etliche vernichtet und diverse Gegenmaßnahmen probiert – z,.B. Sägemehl, Kaffeeprütt – hilft alles nur bis zum nächsten Regen … selbst im Hochbeet tauchen die Biester auf 😦 aber einige Salatblätter habe ich schon gerettet und verspeist 🙂 LG Steineflora

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  4. ich habe grade einen rat von einem alten gärtner bekommen.
    man soll eierschalen, grob zerbrochen, um die pflanzen herum am boden auslegen. die kanten sind zu scharf für die schnecken und so sollen sie fern bleiben.
    ich werde das versuchen, denn auch hier gibt es davon in diesem jahr soviele wie lange nicht.
    und dein bergbohnenkraut … da mußte ich jetzt lachen. mein mann hatte meins (2 jahre alt) als tot erklärt und in die biotonne entsorgt. dort habe ich es rausgeholt, weil ich nicht glauben wollte, dass es tot ist. vor vier wochen an einen geschützten ort gebuddelt und fleißig gegossen. und siehe da 🙂 wie bei dir auch – erster austrieb.
    herrlich!
    dein päckchen geht jetzt gleich auf die reise 😉
    liebe grüße

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    • Danke, Ecki. Leider helfen Eierschalen aber auch nicht – Schnecken kriechen sogar über Rasierklingen. Klar mögen sie es nicht, aber wenn sie erstmal etwas gewittert haben, wird nahezu jedes Hindernis genommen.
      Freut mich, dass Du Dein Bergbohnenkraut auch gerettet hast. 😀

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  5. Lupinen lieben sie leider besonders, das habe ich selber schon leidvoll erfahren. Es sind sehr viele Nacktschnecken unterwegs, schon wieder mal, und es nervt … Wehret den Anfängen, es geht leider nicht anders. Meine Salatpflanzen sehen schon desolat aus. Und ich bin eine Woche nicht da – mir graut es schon davor, wie es nach meiner Rückkehr aussehen könnte….

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      • Hallo, es kommt auf meine Stimmung an … Schneckenkorn verwende ich auch, aber nicht so sehr viel, weil ich finde, es hilft nur bedingt, vor allem während der Vegetationsphase. Da gehen die doch lieber an das frische Grünzeug als an trockene Pellets. Absammeln und umsiedeln oder (ich sage es nicht gern) rigoros dem Schleimen ein Ende bereiten dagegen schon. Ich weiß nicht, ob es wirklich so viel bringt, 50 oder 60 Schnecken einfach woandershin zu verfrachten, weil man damit an der neuen Stelle doch auch das natürliche Gleichgewicht durcheinander bringt. Muss jeder für sich selber entscheiden. Aber eine Schnecke, die nicht da ist, ist einfach nicht da und legt auch keine Eier.

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  6. Den Ärger kann ich gut nachvollziehen – was habe ich in den letzten 2 Jahren hier an Nacktschnecken gesammelt *bäh*. Traurig an Schneckenkorn ist, dass auch die „guten“ Schnecken erwischt werden, z.B. Schnegel oder Weinbergschnecken. Es ist echt ein Kreuz. Drücke die Daumen, dass sich die Lupinen (und anderes) trotzdem gut entwickeln 🙂
    LG Floristin

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    • Wienbergschnecken gibt es bei uns kaum oder gar nicht. Nun ja, ich weiß um die Problematik, dass es dann auch andere Schnecken treffen kann. Aber irgendwann hört der Spaß bei mir auf, mitten im Kräuterbeet mindestens 20 Jungschnecken zu finden, die jeweils 400 Nachkommen machen. Nee, das geht nicht. 😦

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    • Ok, ich brauche eine Wasserschildkröte. 😀
      Humus lasse ich mir lieber von meinen Regenwürmern machen. 🙂
      Und das mit dem Tigerschnegel in dem Thread stimmt leider nicht – sie lebten in Garten 1 friedlich zusammen unter einem Blumentopf. 😦
      Danke für den Link, Mathilda. 🙂

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