Holunderblüten-Gelee

Jetzt musste ich wirklich erstmal überlegen, wo in meinem Menü ich Holunder unterbringe. Ich entschied mich für Obst, schließlich liefert der auch Holler genannte Strauch später im Jahr Beeren, aus denen sich ebenfalls wundervolle Säfte, Sirup und Gelee herstellen lassen. Natürlich kann man aus den getrockneten Blüten auch Tee zubereiten, doch das wäre dann eher wieder ein Thema für meine Dörrgerät-Rezepte. Also Obst, los gehts. 😀

Im Jahr 2013 bereitete ich erstmals Gelee aus den schönen weißen Blütendolden des Holunders zu. Als der Gelee fertig war und ich im Frankfurter Ostpark am nächsten Tag einen großen Holunderstrauch entdeckte, wiederholte ich das ganze noch einmal, er ist einfach zu lecker. Meine 2,5-Liter-Chilisaucengläser sind im Frühjahr meist leer, also warum sie nicht für andere Dinge nutzen?

Ich pflücke (oder Karin, bei ihr darf ich zweimal im Jahr die Holunder plündern) so viele Dolden, bis eines dieser Gläser zu einem Drittel gefüllt ist. Das sind je nach Dolden-Größe ca. 15 – 20 Stück.  Dann gebe ich Bio-Orangen und / oder -Zitronen in Scheiben und eine längs aufgeschnittene Bio-Vanilleschote hinein. Aufgefüllt wird mit Wasser. Oder mit Apfelsaft, so bekommt er eine schöne goldgelbe Farbe. Oder sogar mit Rosé schmeckt er sehr gut, habe ich aber selbst noch nicht zubereitet. Morgens im Büro mit Weingelee hantieren kommt manchmal auch nicht so gut an. 😀
Da meine Mutter gegen Äpfel allergisch ist, habe ich vorgestern ein Glas nur mit Wasser aufgefüllt und koche diesen Gelee separat. Sie hat Ende Mai Geburtstag und freut sich sicher über dieses Geschenk. 🙂

Erstmals bereite ich den Gelee nachher mit Tonkabohnen zu, sie werden kurz vorm Kochen mit einer Muskatreibe fein hinein gerieben, ich liebe den fein vanilligen Geschmack dieser Bohnen. In zwei meiner insgesamt drei Gläser gab ich vorgestern noch jeweils einen halben Liter naturtrüben Bio-Apfelsaft, mehr wollte ich nicht hinzugeben, damit der Holler-Geschmack nicht zu sehr verfälscht wird.

Damit KT (Gärtnern in Bremen) nicht zu lange auf das Rezept warten muss (meinen heute koche ich erst nachher, wenn der Spülmaschinengang mit frischen Gläsern endlich fertig ist), habe ich Fotos meines ersten Gelees von 2013 herausgesucht und hier ist das Rezept:

Zutaten

  • Holunderblüten (je nach Glasgröße, siehe Text oben)
  • 1/2 Bio-Zitrone
  • 1/2 Bio-Orange
  • 1 Bio-Vanillestange
  • optional: 1/3 Tonkabohne, fein gerieben
  • Wasser (Gesamt benötigte Flüssigkeitsmenge in meinen Gläsern: 2200 ml)
  • Gelierzucker 3:1 (war heute ausverkauft, so nehme ich für meinen 2:1
  • Optional: Bio-Apfelsaft, Orangensaft, Rosé-Wein..

Zubereitung

Die Dolden werden entweder auf weißes Tuch gelegt, damit eventuell vorhandene Käferchen herauskrabbeln oder kurz mit Wasser abgespült. Ich bevorzuge letztere Methode. Die Dolden in ein sauberes Glas geben, Scheiben von Orange oder Zitrone oder beides und Vanilleschote hinzugeben, mit Wasser oder anderen genannten Flüssigkeiten auffüllen. Zwei Tage und zwei Nächte an einem hellen Ort durchziehen lassen. Dann durch ein feines Mehlsieb gießen, dabei die Flüssigkeitsmenge zur Gelierzuckerberechnung abmessen. Zusammen mit diesem und etwas Tonkabohne 4 Minuten aufkochen und in saubere Marmeladen-Gläser geben. Meine Gläser kommen frisch aus der Spülmaschine, sie abzukochen spare ich mir, es ist noch nie eines verdorben. Das Wichtigste ist, sie nach befüllen und zuschrauben 5 Minuten auf den Kopf zu stellen. Besonders dekorativ sind übrigens einzelne Blüten (und ein kleines Stück Vanilleschote in jedem Glas), die ich schon beim Aufkochen hinzugebe. Kaum etwas ist im Winter herzerwärmender, als kleine Blüten auf einem Brötchen zu haben. 🙂
(Gibt man ein paar der kleinen Blüten mit hinein, sollte man beim Abkühlen immer mal wieder die Gläser umdrehen, damit sich die Blüten schön im Gelee verteilen.)

Bilder (von 2013)

(Tonkabohnen erhält man bei uns in Bornheim in der Epicerie in der Bornheimer Wiesenstraße oder einfach Mittwochs oder Samstags auf dem Bornheimer Wochenmarkt an deren Stand nachfragen.)

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45 Kommentare zu “Holunderblüten-Gelee

  1. Hm, wie köstlich! Jetzt ist mein Gelee nach deinem Rezept angesetzt und gekocht (der erste Ansatz ist durch eine bittere Zitrone leider hinfällig gewesen). Was soll ich sagen: Es schmeckt hervorragend! Ich bin hin und weg.

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  2. Herzlichen Dank für dein wunderbar klingendes (und sicher auch mundendes!) Rezept! Ganz besonders schön ist deine Idee, ein paar kleine Sterne für den Winter einzustreuen. Hach, was freue ich mich auf das köstliche Gelee 🙂 Ein frisches Brötchen mit etwas Butter und Sternenhollergelee zum Frühstück … das wird ein Festmahl.

    Gefällt 1 Person

  3. Ist’s schon soweit? Hier dauert es noch ein bisschen. Es war zu lange nass. Ich freue mich schon wieder drauf. Und auf ausgebackene Holunderdolden und Holundersirup.

    Wunderbar! Genieße es!
    Liebe Grüße Antje

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  4. Holunderblütengelee ist schon was Feines! Nach einigen Tests mache ich es fast nur noch aus Orangensaft und gebe frische Minzeblätter in jedes Glas. Schmeckt herrlich zusammen. Tonka muss ich auch mal ausprobieren, ist ja jetzt in aller Munde ;o) Viele Grüße!

    Gefällt 2 Personen

    • Ich hatte vor 5 Jahren das erste mal das Vergnügen mit Tonka-Bohnen. Sie sollen im Portemonnaie Glück bringen. Habe sie aber verloren. 😀
      Orange und Minze klingt sehr gut, das merke ich mir mal vor. 🙂

      Gefällt mir

  5. eine wirklich feine sache! schöner beitrag.
    ich habe im letzten jahr eine seife gemacht, um zu testen ob der duft bleibt. leider hält er nicht. aber das gelee ist klasse. tonkabohnen hätte ich auch gerne mal. mal schauen, ob ich sie irgendwo finde.
    liebe grüße von mir

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