Mitgebrachtes, Teil 1: Schlotterhose.

Bevor nun morgen am 1. Juni der meteorologische Sommeranfang auf der nördlichen Halbkugel stattfindet, zeige ich gerne, welche Überraschungen der Frühling seit meinem Einzug im März in den neuen Garten gebracht hat.

In meinem vorherigen Garten gab es viele Akeleien, fast schon zu viele. Sie streuen unheimlich viele Samen, wenn man ihre verdörrten Blütenkapseln nicht gleich abnimmt und schnell entwickelt sich daraus dann eine Akelei-Plantage. Im jetzigen Garten gab es keine, doch dann entdeckte ich plötzlich eine mir sehr vertraut vorkommende Blüte und wunderte mich, warum nun auf einmal eine Akelei dort blüht.

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Akeleiblüte.

Ich habe einen alten weißen Blecheimer mit blauem Rand, den ich im früheren Garten 2008 fand und seither kleine Steine aus den Beeten darin sammele. Dieser Eimer ist wie gesagt sehr alt, unten am Rand rostet er bereits und hat kleine Löcher. Und genau dort wächst die sich selbst ausgeäte Akelei aus Garten 1 heraus, ist das nicht verrückt? In einem Eimer voller kleiner Steine entwickelte sich eine Pflanze. Ich weiß nun nur nicht, wie ich sie dort herausbekommen soll? Vielleicht mit einem Dosenöffner? 😀

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Akelei wächst aus rostigem Eimerboden.

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Akeli-Akela-Akelei.

Hier nochmal das Gesamtbild, ich stellte den Eimer auf einen Baumstumpf, um es besser fotografieren zu können.

Ich überlege, die Steine vorsichtig herauszunehmen (viel Arbeit) oder sie einfach dort weiterwachsen zu lassen (wenig Arbeit). 😀

Hummeln lieben die ungefüllten Blätter meiner Sorte, es dürfte sich hierbei wohl um die Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris) handeln, einer Wildform, die neulich auf Wikipedia ergoogelte Namensherkunft gefällt mir persönlich besonders gut:

„..Die Herkunft des Namens „Akelei“ wird unterschiedlich gedeutet. Die meisten Autoren, so auch das Herkunftswörterbuch des Duden führen die deutsche Bezeichnung „Akelei“ auf das lateinische Wort „aquila“ = Adler zurück, da der Sporn ähnlich gekrümmt ist wie der Schnabel und die Krallen eines Adlers. Andere Autoren wie etwa Esther Gallwitz verweisen darauf, dass der Pflanzenname erstmals von Hildegard von Bingen überliefert ist. Diese verwendet den althochdeutschen Namen „aglaia“ oder „agleya“. Eine Ableitung dieses Wortes vom indogermanischen „ak“, welches „spitz“ oder „scharf“ bedeutet, ist möglich. Angeblich hat erst Albertus Magnus den Bezug des Wortes zu „aquila“ gebildet.

In anderen Sprachen wird auf die Ähnlichkeit des Honigblatts zu einer Taube angespielt. So wird im englischsprachigen Raum die Akelei als „Columbine Flower“ bezeichnet. Manche deutsche Volksnamen spielen auf die Ähnlichkeit der fünf Blütenblätter zu fünf im Kreis sitzenden Vögeln an: So wird die Blume je nach Region auch „Taubenblume“, „Tauberln“ oder „Fünf Vögerl zusamm“ genannt.

Andere Namen sind „Elfenhandschuh“ und „Frauenhandschuh“, als „Kapuzinerhütli“ oder „Pfaffenkäpple“. Auf die ihr zugeschriebenen liebesfördernden Wirkungen spielen die Bezeichnungen „Venuswagen“ und der in der Schweiz gebräuchliche Name „Schlotterhose“ an..“ (Quelle: Wikipedia).

Ok, nun wächst also eine Schlotterhose aus meinem Steinsammel-Blecheimer. 😀

 

 

 

 

 

 

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15 Kommentare zu “Mitgebrachtes, Teil 1: Schlotterhose.

  1. Sie hat sich in den Eimer verbissen um sicherzustellen, dass sie bei Dir bleiben kann! Sie hat sich eingeschmuggelt, getarnt und alles gegeben um mit Dir gehen zu können. Nun versucht sie mit all ihr zur Verfügung stehenden Mitteln Dich zu erfreuen. Wir finden, sie sollte da belassen werden wo sie ist und Du solltest ihren Anblick einfach nur genießen!

    Und mal ganz ehrlich: andere hätten sich stundenlang einen Kopf über eine solche Garten-Deko-Kombination gemacht und sie dennoch nicht so wunderbar hinbekommen! 😉

    Liebe Grüße
    AnDi

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  2. Die Akeleien wollten also unbedingt mit – sie lieben dich 🙂 Ich lasse sie hier gerne einfach wachsen und sich versamen. Ich denke, wenn du versuchst sie aus dem Eimer zu ziehen, bricht sie am Fuß ab. Nimmst du sie halt zum Steinesammeln mit 🙂

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    • Ich bringe immer die Steine zum Eimer und bin sicher, sie wird überleben. Eine wundervolle Überraschung war das. 🙂
      Im vorherigen Garten wuchsen sie nur leider auch in meinen Nutz-Beeten, drückten Steinplatten an der Gartenlaube hoch und vermehrten sich unglaublich. Für die Nachkommen werde ich sicher ein schönes Plätzchen finden. 🙂

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  3. So etwas Besonderes kann dort weiter wachsen, finde ich. Ich versuche grade rote und gelbe Akelei anzusiedeln. Habe z.Zt. ganz überwiegend sehr dunkelblau-lila Blüten … Schönen Sonntag wünsche ich.

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