Ein kleines Bloggertreffen.

Vollmondtage bringen mein Leben oft durcheinander, ich vergesse Dinge, Ampeln, die sonst noch nicht einmal eingeschaltet sind, stehen plötzlich auf Dauerrot, mir fällt alles herunter und ich gerate gerne in Zeitdruck. Gestern war das auch so, ich erreichte meinen Garten auf den letzten Drücker (es war Besuch angekündigt) und hörte ein lautes Plätschern aus dem Nachbargarten. Laut rief ich dreimal „Ciao“ zur Begrüßung durch die Hecke, weil ich dachte, Nachbarin Serafina gießt ihre Blumen. Als keine Antwort kam, schlüpfte ich durch den kleinen Spalt in der Hecke, um nachzusehen, warum dort Wasser läuft. Die Antwort bekam ich schnell: der Wasserhahn an der Gartenlaube war noch aufgedreht, durch  die plötzliche Hitze der Sommersonne dehnte sich das Wasser im daran angeschlossenen Schlauch aus und der Druck sprengte den Düsenaufsatz von diesem. So goß ihr Wasser meine Hecke, ich sprang, statt außenherum in ihren Garten zu laufen, in meinen Chucks durch die mittlerweile tiefe Pfütze und den Wasserstrahl, drehte den Hahn zu und hatte patschnasse Füße. 😀

So wäre das mit Missgeschicken gestern sicher noch weitergegangen, bis ich tollen Besuch im Garten bekam: die liebe Birthe von birthesgartenzeiten und birtheslesezeiten kam zu Kaffee, Kuchen und einem ausgiebigen Pläuschchen vorbei, ich empfing sie dann in meinen Garten-Arbeitsschuhen, die anderen waren ja nass. 😀
Das allerbeste gleich an zweiter Stelle nach ihrem Besuch war: den Kuchen brachte sie selbst mit, ich steuerte nur noch Kaffee und Wasser bei, schon war der Nachmittag perfekt. 😀

Sie traf meinen Geschmack voll ins Schwarze, eine wunderschöne junge Chilipflanze (Habanero), einen großen Rettich aus ihrem Garten und diesen tollen Rhabarberkuchen bekam ich als Gastgeschenk. Ich liebe Chilis, Rettich auch und Kuchen erst recht! 😀

Zunächst gab es eine minikleine Gartenführung und dann fielen wir über den Kuchen her. Drei Stück Kuchen aß jede von uns beiden, das dritte Stück war so groß, dass ich abends absolut nichts anderes mehr essen konnte und nachts wie ohnmächtig geschlafen habe. 😀

Später erzählte sie mir, im Auto seien noch Stangen- (Stauden-)Sellerie, ob ich ein paar Jungpflänzchen gebrauchen könne? So ein toller Zufall, gerade Stangensellerie fehlten noch in meinem Gemüsebeet! Nun kann ich mir sparen, sie noch auszusäen, es war alles absolut perfekt. Vielen Dank für Deinen Besuch, liebe Birthe, gerne wieder. 🙂

Am späten Nachmittag, als sie weg war, ging es mit meiner Vollmond-Schusseligkeit direkt weiter: erst ließ ich das Handy liegen und musste nochmal zurück zum Garten laufen. Dann, wieder zurück am Auto, merkte ich erst, dass ich noch meine schmutzigen Gartenschuhe anhatte. Das war mir dann aber wirklich gleichgültig und ich fuhr so nach Hause, schließlich lebe ich ja im Dorf*. 😀

*Der Frankfurter Stadtteil Bornheim wird auch liebevoll „Das lustige Dorf“ genannt. Diese Bezeichnung entstammt früheren Zeiten:
„..Bornheim oder „Bernem“, wie die Einheimischen Bornheim nennen, ist auch als das „lustige Dorf“ bekannt. Die Bezeichnung entstand durch die Gasthöfe mit Apfelweinausschank, die Tanzböden und die dort verbreitete Prostitution. In und neben der Berger Straße gibt es traditionelle Apfelweinkneipen wie zum Beispiel die Lokale Zur Sonne und Schmärrnche, letzteres gegenüber der Johanniskirche im alten Dorfkern. Die Bedeutung traditioneller Lokale schwindet jedoch im 21. Jahrhundert. Im Rahmen fortschreitender Gentrifizierung gleichen sich die Lokale nach und nach dem allgemeinen Lifestyle-Trend an, werden durch Restaurants ersetzt oder bieten internationale Spezialitäten wie Sushi, Döner oder Pizza an. Die seit 1732 bestehende Eulenburg in der Eulengasse 46 schloss im Juni 2012 für immer und wurde durch Wohnungen des gehobenen Standards ersetzt. Seit Jahrhunderten gibt es die Bernemer Kerb, das Kirchweihfest, das seit 1608 jährlich am Wochenende des zweiten Sonntags im August stattfindet. Bornheim war aus diesen Gründen seit dem späten Mittelalter ein beliebtes Ausflugsziel für Frankfurter Bürger..“
Quelle: Wikipedia

Bilder von Birthes Besuch

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26 Kommentare zu “Ein kleines Bloggertreffen.

  1. Den Garten vorm ertrinken gerettet, Wasserverschwendung vermieden, Serafina vor einer utopischen Wasserrechnung bewahrt! Du bist eine Heldin!
    Der Kuchen sieht übrigens super aus! 🙂
    Wir hoffen, dass Dein heutiger Tag ohne kleine Missgeschicke verlaufen ist.
    Sonnige grüße vom Balkon
    AnDi

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  2. Ich fasse es nicht! Ich bin “ en eschd Bennemer Schleppsche“ Berger Str. War mein Schulweg “ uund diie Dibbemess “ mein Zufluchtsort : ) Du hast einen Garten dort! Supi
    Jo gibt so Tage. Meine Gartenführungen gehen schneller… rechts Wildkaut, links Wildkraut, hinten Blumen in Töpfen ;}

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  3. Ich liebe auch solche „Fachsimpeleien“ bei Kaffee und Kuchen – und Ihr Glücklichen konntet auch noch draußen sitzen. Bei uns ist es noch immer kalt und stürmisch 😦 Aber ich bin Optimist . . . Liebe Grüße ♥ Birgit ♥

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  4. Ciao – so der Ruf bei Euch im Garten – „Huhu“ – der Ruf in unseren Gärten… ;-). Lustig und nett war’s gestern – das war wirklich ein schönes, interessantes und inspirierendes Treffen, das vieeel zu kurz war… Unsere Münder standen nicht still, ein Wunder, dass wir überhaupt Zeit zum Kuchen essen fanden ;-)). Einen tollen Garten hast Du – ich war- und bin – ganz begeistert!! :-))). Gerne im Sommer nochmal, um die Fortschritte der vielen Chilis, Tomaten, und das Kräuterbeet zu erleben . Liebe Grüße, Birthe :-)))

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  5. Schön wenn man sich untereinander hift. Obwohl sich deine Molche sicherlich sehr über „Land Unter“ in euren Gärten gefreut hätten- 😉
    Besuch der dann auch noch Kuchen anschleppt, ach hast du es gut. Ich glaube, ich muss auch mal wieder ein Bloggertreffen machen.

    Gefällt 2 Personen

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