Freutag, 26.06.2015

Fri-Fra-Freutag! Endlich naht das Wochenende!  Es ist das Finale einer für mich sehr anstrengenden Woche und wird mit einem Dankes-Grillen für meine Garten-Umzugshelfer am morgigen Samstag gekrönt. Ich bereitete fast jeden Abend etwas dafür vor (Öle für Marinaden aromatisieren, Einkäufe, Planungen..) und hoffe, alles gelingt. Und natürlich, dass  Petrus mitspielt, am morgigen 27. Juni ist Siebenschläfertag! 🙂

Einen stärkenden Energieschub bekam ich dankenswerterweise diese Woche durch mitgebrachte Kirschen eines Kollegen (mein Bio-Eier-Lieferant), er brachte uns einen Teil der Beute seines Kirschbaumes ins Büro mit und ich darf beurteilen: sie sind köstlich!
Ohnmächtig könnte ich mich an ihnen essen, wenn sie mir nicht oft nach spätestens 100 Gramm Bauchweh bereiten würden. Bloggerin Arabella beschrieb kürzlich ihre Kirschen-Erfahrungen, ihren schönen Erzählungen zur Thematik habe ich kaum etwas hinzuzufügen. Außer natürlich: am allerliebsten mache ich daraus Marmelade mit einem großen Schuss Mandel-Likör.  Oma kochte sie früher in Einmachgläsern als Wintervorrat ein, auch sehr lecker. Für das Freutagsbild konnte ich nicht lange wiederstehen, als ich die Schüssel voll frischer Kirschen erblickte. Schwupps, schon waren fast nur noch Kerne übrig:

2015-06-26 Freutagskirschen

Kirschenzeit.

Die Nase des Freutags-Gesichts war übrigens nach dem Foto-Termin auch innerhalb von Sekunden verschwunden, na sowas.   😀

An Stelle eines Kirschen-Rezeptes gibt es am heutigen Freutag schmackhafte Lyrik für das Sinnesorgan Auge, das ist sicher für nicht nur meinen Bauch besser, Räusper.

Anna Louisa Karsch (1722-1791):
Lob der schwarzen Kirschen

Des Weinstocks Saftgewächse ward
Von tausend Dichtern laut erhoben;
Warum will denn nach Sängerart
Kein Mensch die Kirsche loben?

O die karfunkelfarbne Frucht
In reifer Schönheit ward vor diesen
Unfehlbar von der Frau versucht,
Die Milton hat gepriesen.

Kein Apfel reizet so den Gaum‘
Und löschet so des Durstes Flammen;
Er mag gleich vom Chineser-Baum
In echter Abkunft stammen.

Der ausgekochte Kirschensaft
Gibt aller Sommersuppen beste,
Verleiht der Leber neue Kraft
Und kühlt der Adern Äste;

Und wem das schreckliche Verbot
Des Arztes jeden Wein geraubet,
Der misch ihn mit der Kirsche rot
Dann ist er ihm erlaubet;

Und wäre seine Lunge wund,
Und seine ganze Brust durchgraben:
So darf sich doch sein matter Mund
Mit diesem Tranke laben.

Wenn ich den goldnen Rheinstrandwein
Und silbernen Champagner meide,
Dann Freunde mischt mir Kirschblut drein
Zur Aug- und Zungenweide:

Dann werd‘ ich eben so verführt,
Als Eva, die den Baum betrachtet,
So schön gewachsen und geziert,
Und nach der Frucht geschmachtet.

Ich trink und rufe dreimal hoch!
Ihr Dichter singt im Ernst und Scherze
Zu oft die Rose, singet doch
Einmal der Kirschen Schwärze!

(Quelle: Gedichte für alle Fälle)

Allen ein kirschiges Wochenende. 🙂

17 Kommentare zu “Freutag, 26.06.2015

  1. Wir werden die tage auch mal in unseren Baum klettern 😀 er trägt nach vielen Jahren endlich mal wieder Früchte und ein großer Teil ist kurz vorm reif sein

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    • Ja, das habe ich schon bei Dir gelesen, super. 🙂
      In unseren Kleingärten sind große Süßkirschbäume leider nicht erlaubt, aber einen kleinen habe ich im neuen Garten geerbt: er hatte ganze 2 Kirschen. 😀
      Ich musste ihn im März umpflanzen, das gefiel ihm wohl nicht, nächstes Jahr trägt er sicher mehr.

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      • Wir haben einen großen alten und seit dem Frühjahr ein Säulen-Kirschbaum. Aber beim Säulen-Kirschbaum brauchen wir frühestens in 3-4 Jahren mit Früchten rechnen. Wobei, dass hieß es auch bei unserem Säulen-Apfelbaum und da hängen schon vier Äpfel dran die langsam rot werden 🙂

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          • Da wir noch zwei weitere große Apfelbäume haben, wird es Apfelkuchen, Apfelsaft, Apfelchips und Apfelkompott geben…und am ende haben wir immer noch zu viele Äpfel zum so essen. Vielleicht noch eine Idee? 😀
            Die Kirschen werden erstmal begutachtet und dann schau ich mal was ich damit feines anstelle. Aber einen Kuchen gibt es bestimmt auch!

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              • Das habe ich im letzten Jahr versucht, aber entweder bin ich zu doof oder unsere Äpfel nicht geeignet 😀 habe sogar drei versuche und beim dritten sogar extra mit mehr gelierzucker…aber egal welcher versuch…jedes glas ist sehr flüssig geworden/geblieben. Und so nutze ich das „Gelee“ nur für Getränke wie Sirup 😀

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                  • Also mit der Zitrone werde ich es mal versuchen.
                    Naja nachgeliert hat es teilweise, es hat sich in manchen Gläsern dann allerdings geteilt unten fest…oben ne flüssige Schicht drauf 😀 im Kühlschrank steht es immer sobald ein glas offen ist, aber fester ist es noch nicht geworden. Naja habe für mich beschlossen, reines Apfelgelee wird es nicht mehr geben. Zukünftig in Verbindung mit irgendwas anderem. Weil das Problem hab ich auch nur mit dem Apfelgelee.

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