Krautwickel in Biersoße

Krautwickel, Krautroulade, Wirsingwickel, Kohlroulade, Namen für die allgemein beliebte Speise gibt es derer viele. Ebenso Zubereitungs-Möglichkeiten: man kann Kohl- oder andere Blätter verwenden oder halt (so esse ich sie am liebsten) die vom Wirsing. Es verkürzt die Vorbereitungszeit enorm, Blätter von einem Kohlkopf abzuziehen ist sehr umständlich. Ich schäle sie vom Wirsing einfach immer nur ab, wasche sie, koche sie kurz in leicht gesalzenem Wasser und tauche sie danach in kaltes und schon können sie schmackhaft gefüllt werden. Tat ich mich früher damit noch schwer, verkürzte sich meine Vorbereitungszeit für 6 Krautwickel auf mittlerweile weit unter einer Stunde.

Weiterhin entschied ich mich für ein Rezept mit Dunkelbiersoße. 200 ml verwendetes Dunkelbier enthalten laut naehrwertrechner.de gerade mal 16 µg Jod. Im Vergleich zum Jod-Gehalt Rot, Weiß- oder Apfelweine ist das wirklich wenig, ich soll mich ja momentan Jodarm ernähren, da passt das hervorragend. Ausgewählt habe ich ein Dunkelbier, das nicht bitter schmeckt und „Konsumieren für einen guten Zweck“ unterstützt: „Josefs Dunkel„, gebraut unter Mitwirkung von Menschen mit Behinderung, kann man das leckere Schwarzbier bei uns in einem tegut-Markt (Supermarkt-Kette mit Hauptsitz im hessischen Fulda) erwerben, es schmeckt vorzüglich und ist eines der wenigen Flaschenbiere, die ich ebenso geschmacklich schätze.

Was sich nicht alles durch vernünftige Ernährung steuern lässt, sei noch am Rande erwähnt: erzählte mir doch meine Freundin Gabi, dass ein befreundeter Mann an Gicht leide und seine Frau immer mit ihm schimpfe, wenn er Bier trinkt oder Schweinefleisch/Innereien isst. Seine Schmerzen in den Füßen sind durch das enthaltene Purin und Kristallablagerungen in Gelenken am nächsten Tag (manchmal auch erst Tage später) oft so schlimm, dass er nicht laufen könne und somit auch nicht arbeiten. Er solle eher Wein in Maßen konsumieren und Fleisch reduzieren, so berichtete sie, es sei also genau andersherum als bei mir. Ich fand das äußerst interessant zu wissen. Auch, dass mehr Männer als Frauen an Gicht erkranken, sei noch erwähnt. Bei Schilddrüsenerkrankungen ist das ebenfalls genau anders herum. Als ausgleichende Gerechtigkeit befände ich aber doch, wenn es gar keine Erkrankungen gäbe, das dürfte klar sein.

Und hier kommt er nun: der für mich geschmacklich absolut perfekte Krautwickel in Biersoße, das Rezept. Es weicht in meinem vom Originalrezept ab: ich verwendete frischen Majoran, statt getrocknetem, eine frische Chili an Stelle von Tabasco und briet erst die Wickel und dann die gehackte Zwiebel an. Letztere sollte ja nicht beim scharf anbraten verbrennen. Außerdem blanchierte ich die Wirsing-Blätter und verwendete zusätzlich beim finalen Abschmecken der Soße noch eine Prise Lorbeer-Pulver.

KrautwickelBiersauce1

Zutaten

(für die Wickel)

  • 500 g gemischtes Hack von Rind und Schwein
  • 1 Bio-Wirsing, davon 12 äußere Blätter
  • 1 TL Paprika, edelsüß
  • 1 EL Senf, mittelscharf
  • 2 EL Semmelbrösel
  • 1 EL Majoran, frisch, gehackt
  • 1 Bio-Ei
  • 1 TL Senfpulver (ich verwendete Colman’s double superfine Mustard Powder)
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • weiterhin: Küchengarn

(für die Soße)

  • 1 Zwiebel, gehackt
  • 400 ml Saucen- oder Bratenfond
  • 200 ml Schwarzbier (erst 160 ml, Rest später hinzugeben)
  • 1 frische Chili, leicht angeritzt
  • 1 TL Tomatenmark
  • 1 EL Kokosfett
  • 1 EL Butter
  • 1 Prise Zucker
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Salz
  • Prise Lorbeer, gemahlen
  • etwas Bindemittel (Speisestärke, Mehlbutter, kalte Butterflöckchen o.ä….)

Beilage: Kartoffeln, in Gemüsebrühe und Kurkuma gekocht.

Zubereitung

12 äußere Blätter vom Wirsing abschälen, waschen und mitsamt Strunk-Ansatz (ich esse ihn mit, warum herausschneiden?) einige Minuten in kochendes gesalzenes Wasser geben, herausnehmen und in kaltem Wasser kurz blanchieren. Blätter abtropfen lassen, ggf. mit Küchenpapier trocken tupfen. Das Hackfleisch mittels Knethaken in der Küchenmaschine mit allen Wickel-Zutaten gut vermengen und die Masse mit einem Esslöffel auf je ein Blatt geben, mit einem zweiten Blatt bedecken und so zusammenbinden, dass man von der Füllung nichts mehr sieht.

Nun für die Sauce die Zwiebel hacken, etwas zuckern, bereit stellen. In einem Bräter oder einer tiefen Pfanne Kokosfett mit Butter erhitzen und alle Wickel von beiden Seiten scharf anbraten. Sollte von der Füllung noch ein kleiner Rest übrig sein, diesen ebenfalls mit anbraten, gehackte Zwiebel hinzugeben, diese glasig braten. Tomatenmark zugeben, kurz mit anrösten und alles mit 160 ml des Bieres und dem Fond ablöschen. Mit Salz, Pfeffer würzen und die leicht angeritzte Chili in die Soße geben. Deckel drauf und ca 25 Minuten bei niedriger Temperatur köcheln lassen. Wer noch mehr Wirsingaroma haben möchte, kann noch ein, zwei Blätter feingehackt mit in die Soße geben, das spart später Bindemittel.

In der Zwischenzeit Kartoffeln schälen und kochen, zur Zeit koche ich Kartoffeln, Pasta und Reis ausschließlich in Gemüsebrühe und Kurkuma, also Salz- und somit Jod-arm. Schmeckt trotzdem und gibt Speisen noch dazu eine schöne Farbe.

Die Wickel nach Garzeit herausnehmen, Soße mit dem Rest Dunkelbier, Pfeffer, Salz, Lorbeerpulver abschmecken, kurz mit einem Zauberstab pürieren, binden (ich verwendete etwas Mehlbutter), Wickel wieder in die Soße geben und mit Kartoffeln und etwas gehacktem Majoran bestreut servieren.

Bilder

Und der Rest vom Wirsing-Kopf? Er wurde am Folgetag zu einer Gemüse-Beilage verarbeitet.

 

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13 Kommentare zu “Krautwickel in Biersoße

  1. Fast so wie du, mache ich meine Wirsingrouladen auch, nur dass ich bisher nie eine Chilischote zugegeben habe 😉
    Werde ich aber mal probieren und kann mir vorstellen, es mundet noch besser.
    Schwarzbiersoße ist sowas von lecker und kommt manchmal auch bei anderen Fleischgerichten bei mir zum Einsatz.

    Deine Wickel sehen sehr lecker aus !

    Einen schönen Abend und liebe Grüsse,
    Uschi

    Gefällt 1 Person

  2. In Polen nennt man sie, so viel wir wissen „Polnische Tauben“ 😉 Kam mal in irgendeiner Kochsendung vor und nun frag uns bitte NICHT, warum wir uns das gemerkt haben! 😀 😀 😀
    Die Krautwickel sehen super lecker aus! Bisher haben wir uns noch nicht ran getraut, aber mit Deinem Rezept und der ausführlichen Beschreibung könnten wir uns vorstellen das durchaus mal in Angriff zu nehmen! 🙂
    Liebe Grüße in den Sonntagabend
    AnDi

    Gefällt 1 Person

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