Freutag, 26.02.2016 und heitere Einbruchsfolgen.

Erschüttern kann mich langsam wirklich nichts mehr. Auch nicht der abermalige Einbruch vorgestern Nacht in meine Gartenhütte. Der Schaden ist wesentlich geringer, als zunächst gedacht. Ich bleibe also weiterhin tiefenentspannt und unaufgeregt, wie der meditierende Frosch an meinem kleinen Gartenteich, der das Solarpanel der kleinen Teichpumpe immer halten darf und mein heutiger Freutags-Foto-Kandidat ist. 🙂

2016-02-26 FreutagsFrosch

Als habe ich es geahnt, nahm ich gestern zunächst meine mich momentan absolut ausgleichenden Medikamente* und machte erst dann einen kleinen Abstecher in den Garten, um kurz nach dem rechten zu sehen und gegen meinen immer noch leichten Husten etwas an der frischen Luft in der herrlich wärmenden Februarsonne zu sitzen.

Das dann vorgefundene Chaos in der Gartenhütte war schnell beseitigt, die Anzeige (natürlich wieder nur für die Kriminal-Statistik, ist klar) erledige ich auf Anraten unseres zuständigen Reviers später online, habe ausreichend Bilder dafür geknipst und musste somit nicht noch extra ewig auf die Polizei warten, alles ist gut.

Was mich jedoch wirklich erheiterte am gestrigen Mittag, war die Auffindung der letzten Flasche „Aufgesetzter vom Liebstöckel“ nach dem Einbruch. Ich las das Rezept im Sommer 2015 auf chefkoch.de und dort steht allen ernstes immer noch im Kommentar, es würde gar nicht, nein, überhaupt nicht nach Maggikraut schmecken, wenn es lange genug gelagert werde, sondern eher wie ein Kräuterschnaps. Gelesen, getan, ich wagte mich letzten Sommer tatsächlich an dieses Experiment. 😀

Mal im ernst. Ich liebe den Geschmack des Liebstöckels über alles. Aber keiner von uns, weder Leute vom Kleingarten-Verein, noch andere hatten jemals zuvor etwas so widerliches probiert. Die erste Flasche von insgesamt Zweien landete nach längerem, dunklen Lagern irgendwann erst auf dem Geburtstag von Gartenfreundin C., dann auf dem Geburtstag von C.s älterer Tante, die laut C. „alles trinken würde, kein Problem“.
Doch selbst besagter Tante war das fürchterliche Gesöff geschmacklich ebenfalls zu penetrant und so erreichte das Schnäpschen, direkt vom Buffet wieder weggenommen, eine weitere dort anwesende Verwandte. Ich glaube, es war eine abgebrühte Kusine oder Nichte von C., die es Erzählungen nach auch überlebte. Sorry, ich weiß, dass Du hier mit liest, C., aber das musste einfach erwähnt werden. Schließlich war es ja ursprünglich mal Dein Geburtstags-Geschenk. Es tut mir auch immer noch sehr leid. 😀

Nach dieser Erfahrung sparte ich mir letzten Sommer auch das Posten des Rezepts für den „Liebstöckel-Schnaps“ in meinem Blog, ich stehe dann doch auch eher auf die leckeren und schönen Dinge des Lebens. Und was entdeckte ich nun gestern nach der Schnell-Aufräum-Aktion? Die noch komplett volle zweite Flasche lag in voller Gänze und Fülle zunächst geklaut und dann direkt wieder entsorgt in meinem Grünschnitt-Sack vor der Hütte. Statt weiterhin unter der Spüle zu liegen, um zukünftig eventuell als Reinigungs-, Enteisungsmittel oder Abfluss-Frei zu dienen oder endlich von irgendwem davon getragen zu werden. 😀

Scheinbar war den Einbrechern dann schon zu hart, alleine daran zu riechen. So hat alles auch seine guten Seiten, ihre Nebenhöhlen sind nun wohl hoffentlich ordentlich verätzt und alle Tat-Beteiligten werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zukünftig ihre kriminellen Nasen aus meinem Garten heraushalten. :mrgreen:

Eventuelle Spuren von Mageninhalten konnte ich – zumindest in meinem Garten – nicht finden, werde die vorgebliche Delikatesse dennoch weiterhin als abschreckendes Mittel einsetzen, sie steht wieder bereit. 😀

Sollte irgendjemand in der Nacht vom 24. auf den 25. Februar 2016 hier in Frankfurt am Main also diverse Leute mit grüner Nase, grünlichem Teint und Taschenlampe in der Hand gesichtet haben, dann bitte alle Hinweise über mein Kontaktformular an mich. :mrgreen:

Ich lache immer noch darüber. Und wünsche mit einem Foto des Respektlos entsorgten Objekts, dessen Farbe man sicher nachts im nur mit Taschenlampe beleuchteten Garten nicht direkt erkennen konnte, allen ein schönes und ebenfalls entspanntes Wochenende. 😀

2016-02-26 LiebstoeckelSchnaps

Als Einbrecher hätte meine Wenigkeit das sicherlich höchst Magenbekömmliche Getränk vor Wut und Ekel ja auf dem Boden zerklirren lassen, aber vielleicht verließ sie dazu nach Öffnen der Flasche die Kraft?  *Bauch-halt-vor-Lachen*
:mrgreen:

Einzig gesichteter Verlust bei mir war bisher übrigens nur ein kleines Netzteil, es gehörte zu einer Stablampe, die achtlos  auf den Hüttenboden geworfen wurde. Das ist aber durchaus ersetzbar, an meine nach erstem Einbruch in der Rosenmontagsnacht in Sicherheit gebrachten elektrischen Werkzeuge und andere Kleingeräte kamen sie ja nicht mehr heran, da nutzte selbst das große Gewühle in allen Schränken nichts. Wohl dem, der schlauer war, den ersten Einbruch nur als Vorhut erahnend, der scheinbar wirklich zunächst nur dem Ausspähen diente, wo es etwas zu holen geben könne und dann alles minimal zu Geld machende Mögliche rechtzeitig in Sicherheit brachte.
Das von langer Hand geplante Wiederkommen der Schurken misslang somit gründlich. 😛

Weiterhin habe ich übrigens insgesamt drei große Liebstöckel-Pflanzen im Garten, das wird eine Freude nächsten Sommer…  Ich werde es nun, nach dieser Erfahrung, nämlich genau nach Rezept immer wieder tun. 😀

Denn: was taugt schon ein Hütten-Schloss, wenn man für gewisse Fälle ausreichend „Aufgesetzten vom Liebstöckel“ vor Ort hat? 😀 😀


*für unwissende Leser nur am Rande erwähnt: Thyreostatika, Betablocker gegen meine derzeitige Schilddrüsen-Überfunktion.


 

 

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16 Kommentare zu “Freutag, 26.02.2016 und heitere Einbruchsfolgen.

  1. Nun, uns scheint der Stoff eine Marktlücke zu decken: Biologische Einbrecher-Bekämpfung. Du solltest ein Patent anmelden und mit dem Zeug in Serien-Produktion gehen!!! 😀 😀 😀
    Wir drücken die Daumen, dass sich die Sache in Einbrecherkreisen rumspricht und Du nun Deine Ruhe vor den Deppen haben wirst!
    Liebe Grüße und einen guten Start ins Wochenende
    AnDi

    Gefällt 1 Person

  2. Ich hätte da noch einen Vorschlag für deinen Schnaps: Vergieße ihn doch in ganz dünnem Strahl einmal rund um dein Gartengrundstück (vermutlich reichten auch alle 20 cm ein Tropfen bei der Qualität). Ich bin mir fast sicher, er hält die Einbrecher ab! 😉

    Gefällt 2 Personen

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