Bewässerungsvlies – yes, please!

Es war im Frühsommer 2015, als ich mich in der Komposterecke meines Gartens auf ein Gespräch mit einem Gartennachbarn einließ, der, wie ich Chilis, alljährlich Tomaten in allen Variationen züchtet. Er und seine Frau waren einige Tage verreist, berichtete er mir, aber die Jungpflanzen haben alle trotz vieler sonniger Tage überlebt.

Ich sah ihn ungläubig an und fragte zu Recht: „Wie geht das denn – so ganz ohne Wasser oder jemanden mit dem Gießen zu beauftragen?“. Schließlich sind Jungpflanzen in kleinen Töpfchen mit nur wenig Erde als Wasser-Vorratsspeicher. Er lächelte, verschwand kurz in seiner Gartenlaube und reichte mir dann ein quadratisches Stück Vlies über den Zaun. „Das ist Bewässerungsvlies, darauf stehen die Anzuchttöpfe mit den Jungpflanzen“ erklärte er mir und dass ein Quadratmeter davon soundsoviel Wasser aufsaugen würde. Die Wurzeln der Jungpflanzen holen sich dann selbst, was sie brauchen, haben dennoch nicht komplett nasse Füße und es erspare, dass man fast täglich nach ihnen schauen müsse.

„Genau das Richtige für mich“ ging mir also bereits letztes Jahr schon durch den Kopf. Wie oft war ich in den Vorjahren schon gezwungen, vor längerer Abwesenheit an liebe Gartennachbarn die Bitte zu richten, in meinem Gewächshaus die jungen Chilipflänzchen mit Wasser zu versorgen?

Nicht lange zögerte ich also vorletzte Woche, als die ersten Chilis im Garten einzogen und investierte in ein paar Quadratmeter Vlies mit Saugfähigkeit 4 Liter / m², orderte in England große 1 Meter lange Schalen, die tatsächlich – welch Glück und Freude – auf meine alten Gewächshausregale passen, legte den zugeschnittenen Vlies hinein, goß ihn und alle Jung-Chilis und weitere Jungpflanzen stehen nun auf weichem Untergrund.

Noch ein Tipp vom Gartennachbarn: auch direkt in die großen Kübel, in denen seine Tomatenpflanzen dann ihr endgültiges Sommer-Zuhause finden, lege er jedes Jahr unter die Erde ein Stück Vlies direkt unten auf den Topfboden. Dies erspare häufiges Gießen, es sei ein absolut hervorragender Wasserspeicher.

So sind nun meine Jungpflanzen im Gewächshaus bestens versorgt und es ist vor allem eine Anschaffung, die sich rentiert: Vlies und die sehr stabilen Schalen sind mehrjährig verwendbar, die alten Trays aus einer Gärtnerei, in denen ich nun seit Jahren junges Gemüse zog und mittlerweile viele Sprünge aufweisen, haben langsam ausgedient. Bewässerungsvlies erhält man übrigens in unterschiedlichen Qualitäten, man sollte beim Kauf immer auf die Saugfähigkeit achten.

Und ich? Ich gieß‘ jetzt Vlies. 🙂

Bilder:

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14 Kommentare zu “Bewässerungsvlies – yes, please!

  1. Ui! DAS ist ja mal hochinteressant!!! Wäre auch was für uns! Wo hast Du das Vlies denn bekommen? Sieht bissl aus wie Malervlies…. Ist es das? Nur umfunktioniert?

    Und warum hast Du die Schalen in England bestellt? Gibt es die hier nicht? Lang sind sie also einen Meter. Und wie breit?
    Fragen über Fragen…..

    LG
    AnDi

    Gefällt 2 Personen

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