Freutag, 10.06.2016

Bereits vor längerem organisierte mir Freundin Tina von Freunden drei große Umzugskartons voller kostenloser Weck-Gläser, so war ich endlich gezwungen, mir auch einen vernünftigen Automaten zu zulegen. Und wenn man eh schon Zuhause ist, steht einer Online-Bestellung inklusive Lieferung via Post natürlich auch nichts im Wege. Bevor jemand fragt: er ist von einem Discounter, dessen Namen ich hier nicht erwähnen möchte, die Qualität des Riesen-Topfes ist jedoch absolut super. Das Original von Weck hätte mich in dieser Größe (27 Liter) mit Zapfhahn, Display und Zeitschaltuhr sicher wesentlich mehr gekostet. Und für den eingesparten Differenzbetrag kann man sich unter anderem ja sicher noch dazu massig Konserven kaufen [Ironiemodus wieder aus].   😀

Wir schauen heute also in das Innenleben meiner neuesten Errungenschaft: einem Einkochautomat. Nachdem ich nun 10 Tage lang nicht im Garten war und brav meinen Fuß hochgelegt habe (die Bänder am linken Fuß sinds diesmal), wurde mir wirklich langsam absolut langweilig. Aufs Internet, außer mal Facebook gucken, keine große Lust & Laune, zur Ablenkung sämtliche Schnulzen sämtlicher Mediatheken im TV durchgesehen, raffte ich mich Mittwoch endlich auf, humpelte die Treppe hinunter auf den Wochenmarkt vor der Tür und erstand beim Metzgerstand meines Vertrauens 1,5 Kilo Gehacktes. Meine Gehhilfe und ich kochten im großen Marmeladentopf daraus kurze Zeit später 3 Kilo weltbeste Bolognese. Als sie abgekühlt war, packte ich sie gestern in saubere Gläser und versenkte diese zur Haltbarmachung im neuen Einkochtopf.
Aber natürlich nicht, ohne ein Freutags-Foto zu knipsen:

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Mein Tiefkühler hat sich zwar während der letzten Tage wieder ganz schön geleert und bot ausreichend Platz – schlauerweise hatte ich ihn vor meiner Schilddrüsen-OP  Anfang März ja mit fertigen Mittagessen gefüllt – trotzdem ist das Aufbewahren in Gläsern für mich eine echte Alternative der Konservierung. Es spart Energie und man muss später nicht erst auftauen, sondern lediglich die Gläser-Deckel ploppen lassen, wunderbar. Nachhaltig ist auch, Gläser immer wieder zu verwenden und nicht alles in speziellen Einweg-Plastikbeuteln zur Tiefkühlung zu vakuumieren. Ok, ich hätte meine Bolognese auch dörren können, es gibt tatsächlich Leute, die sogar Chili con Carne als leichten Wanderproviant dehydrieren 😀  , aber im Dörrautomat befanden sich zeitgleich gehackte Zwiebeln für selbst gemachtes Zwiebel-Granulat, also kochte ich meine „Bolo“ in Twist-Off-Gläser ein. 75 Minuten bei 100 Grad, der Automat schlug sich ähnlich tapfer wie ich mit meinem noch in zartem Blau schillerndem Fuß. Dazu passend leuchtete mir das Display nach Inbetriebnahme in gleicher Farbe entgegen, ich mutmaße, wir werden ein echt gutes Team. 😀

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Nun wagte ich gestern also erste Gehversuche des Einkochens und kann verkünden: alle 14 gut gefüllte Gläser sind absolut dicht verschlossen und ich freue mich jetzt noch unheimlicher auf reiche Gurken-, Zucchini-, Tomaten- & Co-Ernten aus dem Garten. Sofern Nacktschnecken mir während der feucht-schwülen Witterung der letzten Tage ein paar Jungpflanzen übrig gelassen haben, versteht sich.

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Die nächsten echten Gehversuche werden am Wochenende stattfinden, dann werde ich meine grüne Hölle hoffentlich endlich wieder live sehen. Und darauf freue ich mich am allermeisten, wer fängt nicht gerne zu Sommerbeginn wieder gerade mal bei Null an? Macht aber nichts, wenn ich demnächst von Gartenarbeiten erschöpft abends wieder nach Hause krieche, ist wenigstens ein schnell zubereitetes Essen nun kein Problem mehr.

Fast vergessen zu erwähnen: in der Bolognese sind meine eigenen Tomaten des Vorjahres – sie waren als fertig gekochte Tomatensauce ebenfalls in Gläsern aufbewahrt und 5 davon machten nun im Vorrats-Billy Platz für 14 neue. Mit dem verbrauchten heißen Wasser im Topf, das sich mittels Zapfhahn leicht wieder aus dem Topf abzapfen ließ, spülte ich nach Einkoch-Vorgang dann meinen Bolognese-Topf vor, praktisch, oder? Und Dinge wie „mit dem linken Fuß zuerst aufstehen“ bleiben mir vorerst auch noch erspart, hier ist wirklich alles super… 😀

Ich wünsche allen ein schönes und vor allem sonniges Wochenende. 🙂

Noch ein Wunsch: mögen alle gesund bleiben. Der viel zu frühe Verlust einer langjährigen lieben Zimmer-Kollegin, die vor einer Woche gerade mal im Alter von Anfang der 60er Jahre jung unerwartet verstarb (ich erfuhr davon zu Wochenbeginn durch den Anruf eines Kollegens), ließ mich Blogmäßig in dieser Woche eher verstummen. Ich entschied dennoch pro Freutags-Beitrag, sie war Mitleserin meines Blogs der ersten Stunde an und ist es irgendwo da oben, mit ihrem heiteren, rheinischen Frohsinns-Gemüt ausgestattet, sicher auch immer noch. Bitte hierzu keine Kommentare, vielen lieben Dank (Fuck Cancer. Sie hatte noch so viele schöne Zukunftspläne und ihr Optimismus war immer unerschütterlich.).

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6 Kommentare zu “Freutag, 10.06.2016

  1. Wir spielen schon eine Weile mit den Gedanken uns eventuell auch einen solchen Topf anzuschaffen. Haben aber das Glück, dass wir Nachbarn haben, welche einen Einkochapparat haben und ihn uns bei Bedarf leihen. 🙂

    LG
    AnDi

    Gefällt 2 Personen

  2. Das ist ja ein toller Topf. Herzlichen Glückwunsch dazu. Aber: Apropos Zwiebelgranulat. Trocknest du kleingeschnittene Zwiebeln dann draußen, das wird doch ganz schön stinken in den Räumen, oder ?! Wir haben hier nämlich eine minderjährige Zwiebelverweigerin und da würde ich auch gerne mal solches Granulat herstellen. Wie lange hast du bei welcher Temperatur getrocknet?

    Gefällt 3 Personen

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