Das neue Helferchen. Oder: wie werde ich höhere Gräser los?

Nachdem ich am 1. Juni umgeknickt war und daraufhin 9 Tage lang meinen Fuß schonte, war natürlich auch ausreichend Zeit, über gewisse Dinge nachzudenken. Eines kommt mir im Garten bei jedem guten Wetter schon seit längerem sofort in den Sinn – das Thema „Plastikmüll“ im Garten. Sobald es aufhört zu regnen, dringen aus den Gärten der Kleingartenanlage von allen Seiten Geräusche: die einen schneiden ihre Hecken, andere mähen Rasen und weitere schneiden ihre Rasenkanten. Elektrisch. Letztere Geräte gibt es von allen möglichen Herstellern, doch eines haben sie alle gemeinsam: einen „Faden“ in der Spule. Und während man so seine Rasenkanten kürzt, ohne sich groß bücken zu müssen, wird die nur als „Faden“ bezeichnete Kunststoff-Schnur immer kürzer. Ist der Faden aufgebraucht, wechselt man dann einfach die Plastikspule aus, entsorgt sie und schneidet halt mit dem nächsten frischen „Faden“ in der nächsten frischen Spule weiter.

Nun, auf jeden Fall nutzte ich meine Garten-Zwangspausen sinnvoll und dachte mal wieder darüber nach, wo diese Fadenstücke denn nun eigentlich landen? Man sieht sie nicht, man riecht sie nicht, aber sie müssen ja irgendwo sein. Dass sie sich eventuell direkt auflösen, halte ich jedenfalls für recht unrealistisch. Heute ist alles voller Plastikmüll, das fängt in Blumenerden an (ein Foto dazu weiter unten, es sind in Blumenerde eingeschleppte Plastikfetzen aus dem Gewächshaus) und endet oft in Grundwasser, in Meeren, in der Natur. Verteilt man mit den auch „Rasentrimmern“ genannten Geräten also Plastik-Partikel im Garten? Ergoogeln lassen sich zwar einige Spulen mit sich zersetzenden Bio-Fäden, allerdings dauert diese Zersetzung lockere 5 – 10 Jahre. In dieser Zeit haben wahrscheinlich Regenwürmer schon Partikel aufgenommen, wurden danach von Vögeln gefressen, sie frisst die Katze und schon ist das Faden-Stückchen mitten im Kreislauf der Natur angekommen. Wenn man nun bedenkt, dass fast jeder Kleingärtner nicht nur fast jede Woche einmal mäht, sondern auch seine Rasenkanten „trimmt“, da kommt über einige Sommer hinweg doch ganz schön etwas an Plastik-Rückständen zusammen.

So richtig zufrieden war und bin ich mit dieser Vorgehensweise also nicht. So legte ich meinen Fuß also am Schreibtisch hoch und begann nach einer elektrischen Grasschere zu shoppen. Auf Online-Seiten diverser Baumärkte, ist klar, wer mag schon auf Gehhilfen durch einen echten laufen. Leicht sollte das Gerät sein, langlebig seine Akku-Laufzeit und es sollte auch eine Schere für dünne Ästchen haben, wer weiß, vielleicht überleben meine Buchsbäume ja doch die Zünsler. Bei hellweg.de wurde ich fündig und bestellte mir online dann eine Grasschere, deren erster Einsatz (sie wurde mit voll geladenem  Akku geliefert, der laut Herstellerangabe nach Aufladen immer bis zu 160 Minuten Power hat, passt) mich begeisterte: statt laut und mit Plastik-Rückständen zu trimmen, wird nun mit wesentlich leiserem Gerät umweltfreundlicher geschnitten. Wieder ein Problem weniger. 🙂

Zum Testen setzte ich mich letzten Samstag im Garten auf meinen kleinen Hocker (ich bin ja meist Sitz-Gärtnerin wegen „Rückenproblemchen“) und machte mit zunehmender Begeisterung erste Schnittproben. Wie soll ich sagen? Sogar dickere Gräserbüschel schaffte das kleine Kerlchen mühelos. Und davon gibt es bei der momentanen Wetterlage viele, sehr sehr viele.. Das Schneiden selbst dauert zwar nun länger, als mit einem „Trimmer“, trotzdem geht es wesentlich zügiger und Blasen-an-den-Fingern-freier, als mit einer mechanischen Handschere. Auch die Fallrichtungen des Schnittgutes lassen sich besser kontrollieren, wie oft schon musste ich nach dem „Trimmen“ aus gemulchten Beeten oder Gemüsebeeten längere Grashalme fischen, um sie zu entsorgen. Das kostet alles unnötige Zeit, die man besser am Grill oder mit Unkraut-jäten verbringen kann. 😀

Und am allerwichtigsten: Stammrinden der Obstbäume werden nicht mehr durch einen unkontrollierbar rotierenden Faden verletzt, wenn man Gräser um sie herum kürzen möchte, Hurra. So habe ich eine für mich wirklich gute Lösung gefunden und vor allem ist nun auch mein Gewissen besser. Das hat ja auch was. 🙂

Allerdings ist es für meinen Haushalts-Etat wirklich günstiger, wenn ich in den nächsten Monaten nicht noch weitere Zwangspausen einlegen muss. Sonst fällt mein geplanter Sommerurlaub ins Wasser, wie der Garten in dieser Woche. Seit gestern nach dem 5. oder 6. Schauer große Pfützen im Kartoffelbeet standen, denke ich nämlich darüber nach, zukünftig angelegte Beete mittels Fallrohren an die Kanalisation anschließen zu lassen. Ob ich das mal beim Vereinsvorstand beantragen sollte? :mrgreen:

Bilder

Das ist Plastikmüll, den ich während einer halben Stunde beim Chili-Einpflanzen aus der gekauften Blumenerde des Gewächshauses fischte und in einem leeren Blumentopf sammelte – schlimm, oder?

20160611_Plastikmuell

Mein neues Helferchen, das mir hoffentlich lange gute Dienste leisten wird:

20160611_Akkuschere1

20160611_Akkuschere2

20160611_Akkuschere3

 

 

 

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10 Kommentare zu “Das neue Helferchen. Oder: wie werde ich höhere Gräser los?

  1. bei euch regnet es viel und bei uns muss fast jeden Tag gegossen werden, wegen der grossen Hitze. Ist eigentlich ungerecht verteilt, das ganze, grins. Freu mich, dass du mit deinem neuen „Spielzeug“ kein Plastig mehr produzierst. Alles Gute an deine Gesundheit, und alles Liebe

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  2. Viel Spaß mit der neuen Schere :-). Ehrlich gesagt, habe ich mir tatsächlich noch nie groß Gedanken über das Verbleiben des Plastikfadens gemacht … schäm… Ich stehe mit diesen Fadentrimmern allerdings ohnehin auf Kriegsfuß und schneide seit langem mit der manuellen Grasschere. So ein Akku-Trimmer ist natürlich wesentlich schneller, setze ich mal auf meine Wunschliste ;-).
    Liebe Grüße, Birthe

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    • Manuell würde ich zeitlich nicht schaffen, es wächst ja momentan alles schneller, als ich schneiden kann. Drehe ich dem Wein kurz den Rücken zu, hat er dann schon wieder Unfug gemacht. In diesem Jahr wächst es einem einfach über den Kopf.. Ich möchte mich aber nicht zu sehr beklagen, eine große Hitzewelle mit Trockenheit brachte auch nicht mehr Gurken (2015). 😀
      Achte beim Wünschen aber darauf, dass er leicht ist, das hat sich nach bisher erst zweimaligem Einsatz absolut bewährt. 😉
      Liebe Grüße zurück 🙂

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