Freutag, 21.10.2016 / Quittenlikör

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Tata, schon wieder eine Woche rum, ich fasse nicht, wie die Zeit momentan an mir vorbeirast. Also schnell einige Bilder herausgesucht, heute gibt es eines der beiden letzten Freutag angekündigten Quitten-Rezepte. Ein Likörchen darf für Gäste im Garten ja nicht fehlen und meine Chilisaucen-Vorratsgläser zeigten aufgrund mangelnder Ernte gähnende Leere – das musste schleunigst geändert werden. So zeige ich heute gerne das komplette Bild des vergangenen Freutags und warum der Frosch so neugierig um die Ecke schaute. Ich vermute ja, er trinkt heimlich. Habe aber nichts zu ihm gesagt. 😀

20161011_16_27_05_quittenlikoer1Schon nach drei Monaten Ruhezeit kann der Quittenlikör genießbar sein, nach weiteren Monaten Lagerung wird er aber wie mein Rhabarberlikör sicher noch wesentlich milder im Geschmack. Die Verarbeitung der recht harten Früchte war dank eines sehr scharfen (Keramik-)Messers überhaupt kein Problem: locker aus der Hüfte schnitt ich zunächst Stiel und Blütenansatz gerade ab, teilte dann die Frucht in zwei Hälften, dann in Viertel und konnte so tatsächlich äußerst elegant das noch härtere Kerngehäuse heraus- und das Fruchtfleisch kleinschneiden. Rechts auf dem Foto sieht man die kleinen Fruchtstücke und von wegen Axt zur Quitten-Verarbeitung verwenden – das schafft Frau mit vernünftigem Werkzeug wirklich auch ohne. 🙂

Nicht entscheiden konnte ich mich zwischen Wodka und Weinbrand als Hot Stuff fürs Likörchen, so setzte ich einfach beides an und werde im kommenden Sommer meine Gäste entscheiden lassen, mit welcher Zutat weitere mir geschenkte Quitten zukünftig ertränkt werden. Kurz gefasst: ich kam mir bei dieser Idee auch unglaublich schlau vor und grinste mir einen. Sind doch nun auch alle Schnaps-Vorräte im Garten endlich leer und kommende Einbrecher finden dann nur noch den widerlichen Liebstöckel-Wodka und leere Flaschen vor, sollen sie es sich mal schön schmecken lassen. 😀

Verwendet habe ich für den angesetzten Likör Rohrzucker, schon sein Geruch beim Öffnen der Packung lässt meine Sinne jedesmal Purzelbäume schlagen, das Aroma ist mit herkömmlichem / raffiniertem / weißem Haushaltszucker absolut nicht zu vergleichen. Weiterhin hatte ich vom Dampfentsaften geschenkter Äpfel noch unglaublich aromatischen Apfel-Matsch übrig und gab einige Esslöffel davon in zwei angesetzten Varianten noch hinzu, eine Dritte gibt es als Quitte pur, ich bin gespannt.

Zutaten

Pro 2,5-Liter-Glas benötigt man

  • zwei große Birnenquitten
  • 300 g Rohrzucker
  • 2,5 Flaschen Wodka oder Weinbrand. Hauptsache, mindestens 38 % Alkoholgehalt
  • optional: Apfelmatsch oder Apfelspalten
  • optional: Vanilleschote, Sternanis, Zimt, ein Stück Zitrone …..

Ich setzte meine Liköre „pur“ an, um die Aromen besser testen zu können, mit Gewürzen oder weiteren Zutaten wie erfrischender Zitronenmelisse spiele ich dann im Folgejahr.

Zubereitung

Am besten im Garten. Außer, man hat einen Hyper-Staubsauger zuhause, um die Flusen der trocken abgerubbelten Quitten wieder einzufangen. Dieses Vergnügen hatte ich in den Vorjahren, nie wieder, ehrlich.

Die Quitten werden mit einem trockenen Baumwoll- oder Zellstofftuch abgerubbelt und die nun blank glänzenden Früchte gewaschen. Mit einem scharfen Messer wie bereits oben beschrieben mit Schale in kleine Stücke schneiden, in ein großes sauberes Glas geben und zuckern. Mit Deckel verschließen, schütteln, nochmals eine Lage Zucker oben darauf geben und damit bedeckt zwei Tage und Nächte ziehen lassen. Der so entstandene Saft wird dann am dritten Tag mit Schnaps Eurer Wahl aufgefüllt und das Glas drei Monate an einem hellen Ort (nicht zu sonnig!) aufbewahrt, ab und an sollte man es gut durchschütteln, jedoch nicht täglich. Nach drei Monaten durch ein feines Mehlsieb filtern und in saubere Flaschen abfüllen. Ungeduldige dürfen gerne nun das erste Schlückchen verkosten, besser aber, man lässt den Likör noch länger ruhen. Zum Wohl. 🙂

Bilder

Gibt es nicht so viele. Momentan ist immer noch dermaßen viel in Garten / Zuhause / Freizeit zu erledigen, dass ich selbst Fotografieren oft vergesse. Das muss sich schleunigst wieder ändern, ich weiß und gelobe Besserung. 😀

Allen ein schönes Wochenende. Ich bekam vorgestern übrigens nochmal 5 Apfel-Quitten und gestern 4 Kilo Birnen-Quitten geschenkt. Ich bin nun wirklich mit Ernten verarbeiten quitt.

TIPP: Wer mag, kann einige intakte Kerne der Quitten beim Schneiden sammeln und in jedes Glas einen Esslöffel davon zugeben. Las ich irgendwann irgendwo in einem anderen Rezept für Quittenlikör und fand es äußerst interessant. Selber testen werde ich aber auch dies frühestens 2017 erst.

 

 

 

 

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8 Kommentare zu “Freutag, 21.10.2016 / Quittenlikör

  1. Die Mischung einmal mit Wodka und einmal mit Weinbrand als Versuchsreihe aufzubauen ist eine clevere Idee! Ob man dafür vielleicht Forschungsgelder beantragen kann? Könnte man doch sicher mit einem hochtrabenden Studiennamen als wissenschaftliches Projekt „verkaufen“….. Wie wäre es mit „unabhängige Vergleichsstudie zur Unterschiedlichkeit der Reaktion von Quitten auf a) destillierte Kartoffeln sowie b) destillierte Trauben“? 😀 😀 😀

    Quitten sind ein geniales Obst!!!

    Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß mit der Quittenverarbeitung
    AnDi

    Gefällt 1 Person

    • Wochenende war sehr fein, Danke. 🙂
      Der Hinweis mit den Fruchtfliegen ist tatsächlich interessant. Die letzten ihrer Art in meiner Küche sitzen gerade an der Zimmerdecke. Ich überlegte gerade, warum sie das tun. 😀
      Liebe Grüße 🙂

      Gefällt mir

    • Quitten bekommt man auch beim Gemüsehändler oder auf Wochenmärkten. Ansonsten kann man die Händler auch bitten, einem ein paar kilo vom Großmarkt mitzubringen, nichts ist unmöglich. Und als kleinen Trost: das nächste Quitten-Rezept von mir ist Alkoholfrei. Liebe Grüße 🙂

      Gefällt 1 Person

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