Freutag, 07.04.2017 / Wasser marsch!

So ein neuer schicker Garteneingang ist schon eine tolle Sache (ich berichtete). Noch viel toller ist es, wenn man beim Kauf darauf achtet, dass nach Montage des guten Stücks auch alles andere rundum noch gut erreichbar ist.

Wie zum Beispiel ein Wasserschacht, in den alljährlich unser Wasserwart und weitere tapfere Helfer der Kleingartenanlage kopfüber kriechen müssen, um die Funktionalität der Wasseruhr zu überprüfen und die Hähne darin zwecks Wasser-Anstellung nach dem Winter vorerst zuzudrehen. Ah ja. Da hatte ich wohl etwas nicht bedacht. Mein neuer Eingang hat nämlich rechts und links Rank-Spaliere, durch die maximal der Arm eines gestandenen Mannes hindurchpassen könnte, aber ganz sicher kein Kopf. Und der Arm dürfte gerade mal – bis man mit der Schulter festklemmt – zur Schacht-Abdeckung reichen und nicht weiter.
Ausgerechnet die Schriftführerin des Anlagenauschusses (ich wurde im Februar in dieses Amt gewählt) hat den Schacht nicht zugänglich gemacht. Aber vorher natürlich noch schön Aushänge aufgehängt, dass alle Pächter doch bitte ihre Wasserschächte gut zugänglich machen sollen, ist klar. 😀Das konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen und begann spätnachmittags kurzentschlossen den Weg zum Schacht von einer anderen Seite zu bauen. Rund um die Schacht-Abdeckung tummeln sich seit Jahren unzählige Taglilien. Einst gepflanzt von meinen Vorpächtern sieht das zwar wirklich hübsch aus wenn sie später im Jahr orangerot blühen, aber um den Schacht problemlos erreichen zu können, musste ich gestern erstmal kiloweise Wurzeln derer mit der Grabgabel zunächst grob aus der Erde abstechen und dann von Hand mühselig herauswühlen. Taglilien vermehren sich ja gerne. Und oft. Und viel. Sehr oft. Und sehr viel. Und vor allem auch sehr sehr gerne in jeder feinsten Ritze und jedem kleinsten Spalt. Einen ganzen Korb voller Wurzeln und deren Knollen buddelte ich mühsam aus der kleinen Fläche aus. Nur gut, dass es gestern nicht so heiß war. :mrgreen:
Danach suchte ich meinen Garten nach größeren Rest-Steinen für das Bau-Projekt ab, damit sich besagter Wasser-Ansteller relativ bequem knien kann. Danke übrigens an dieser Stelle an die Wasser-Marsch-Kolonne, die das Spielchen zweimal im Jahr in allen Gärten unserer Anlage macht – ohne Euch säßen wir alle schon lange auf dem Trockenen. 🙂

Zurück zur Baustelle: kleine Steine habe ich ja reichlich, aufmerksame Leser erinnern sich vielleicht an meinen aus dem ersten Garten mitgebrachten Metall-Eimer, aus dem alljährlich eine Akelei (Schlotterhose) aus dem Rost-Loch unten am Rand wächst? In ihm sammele ich seit Jahren kleinere und größere Steinchen, die ich in den Beeten finde. Ab und an sind auch andere merkwürdige Dinge zu finden, wie beispielsweise ein tönerner Henkel. Auf dem Areal meines Gartens scheinen früher wahre Schlachten stattgefunden zu haben, so viele Scherben wie dort fand ich im ersten Garten selten, ehrlich. In der Komposterecke entdeckte ich ein paar größere Steine, legte erst feste Unkraut-Folie als Untergrund aus (die in der Erde verbliebenen Rest-Taglilien-Wurzeln werden mich dafür hassen), belegte diese mit den größeren Exemplaren und füllte die Rest-Lücken mit seit dem Jahr 2008 gesammelten Steinen aus dem Eimer.

Es ist schon ein echtes Erfolgserlebnis, wenn man abends nach getaner Arbeit wackelfrei auf den Platten stehen kann. Pflasterleger war ich in einem früheren Leben zwar ganz sicher nicht, aber „Selbst ist die Frau“ wurde erfolgreich in die Tat umgesetzt: das Wasser kann kommen. 🙂Nur am Rande sei noch erwähnt, dass ich meinen netten Grünschnitt-Abfahrer-Kumpel Herrn D. (der auch gerne mal versehentlich meine Laubentür mit dem Türrahmen verschraubt) gebeten hatte, einen für mich zu schweren Pflanzstein, der sinnlos zwischen den Lilien stand, bitte wegzuräumen und vor der Gartenlaube auf dem Boden abzulegen. Als ich nachmittags in den Garten kam, war der Grünschnitt zwar netterweise abgefahren, aber der große schwere Pflanzstein lag mitten auf meinen Erdbeer-Pflanzen und sonnte sich dort. 😀
Da mein gestriger Gartennachmittag / -abend so erfolgreich war, gibt es zum heutigen Freutag einige Steine inklusive einem Henkel aus meinem Eimer:Mit diesem Bild wünsche ich ein schönes sonniges Wochenende und bei uns in den Gärten heißt es ab Samstag hoffentlich endlich wieder „Wasser marsch!“ – die Grillsaison kann wieder starten, Hurra!

Meine Erdbeeren haben das gestrige Attentat übrigens überlebt. Ebenfalls gut geht es dem bei Aufbau des Einganges neulich arg gestutzten Blauregen – er hat Herrn M. und mir den Rückschnitt mit schwerem Gerät verziehen und treibt endlich aus:

Baustelle ist fertig-Bilder. Besonders hübsch ist es nicht geworden – aber wer darf schon von Taglilien flankiert in Schächte kriechen? Es dürfte eine Ehre sein. Vielleicht finde ich ja auch noch ein Stück roten Teppich. 😀

 

 

 

 

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3 Kommentare zu “Freutag, 07.04.2017 / Wasser marsch!

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