Freutag, 29.09.2017 / Apfelgelee mit Mandellikör

Vernünftige Apfelbäume habe ich leider keine im Garten. Und als im April 2017 noch dazu die wenigen Blüten an meinen kleinen Obstbäumchen zum größten Teil erfroren – ich dachte wirklich, in diesem Jahr gibt es wenig Gelee. Weit gefehlt: im Kleingarten gegenüber meinem stürzte im August ein großer alter Apfelbaum um und ich bekam riesige Äpfel geschenkt, die man eigentlich direkt zum Backen verwenden sollte, da sie sich laut Auskunft der Besitzer nicht gut lagern lassen.

Ok, es war August. Erst eine Großveranstaltung, auf der wir unabkömmlich waren, direkt im Anschluss bis in den September hinein unser Urlaub –  was tun mit einem sehr großen Korb voll geschenkter Äpfel? Ich suchte die kühlste Stelle in meiner Laube und fand sie schnell: der Steinfußboden war der optimale Lagerort für meine Apfel-Beute. So legte ich sie in Reihen einfach auf den Boden und achtete darauf, dass sie sich nicht berühren.

Der Plan ging auf. Als wir aus dem Urlaub zurückkehrten, musste ich nur wenige Äpfel entsorgen. Wurmbefall und Faulstellen hatten einige der stattlichen Exemplare (weiter unten ist ein Foto – nicht nur einer der Äpfel wog locker über ein Pfund!) leider verfaulen lassen, sie waren ein Fall für den Kompost. Dennoch blieben mir ausreichend übrig und so nahm ich neulich meinen Dampfentsafter-Topf mit in den Garten, schnitt die Kerngehäuse heraus, die Äpfel selbst zum Entzücken einer Wespe (sie bekam ein herunter gefallenes zur Ablenkung) in grobe Stücke und dank einer Induktions-Kochplatte war recht schnell das Ziel erreicht: 8 Liter Saft (teils gemischt mit dem meiner roten Trauben) standen parat. In praktischen 5-Liter-Getränkekanistern nach Hause getragen stand einem leckeren Gelee nichts mehr im Wege. Und da ich mich nicht zwischen 2 Fotos entscheiden konnte, gibt es heute ausnahmsweise den Freutags-Doppelschlag:

 

 

 

 

5 Liter reiner Apfelsaft, 3 Liter Apfel-Trauben-Saft. Es war ein langer Abend neulich, der mit 34 Gläsern Gelee endete. Manchmal bin ich auch ganz froh, keine eigenen großen Obstbäume zu haben… 😀

Die Zutaten rechnete ich für mein Rezept auf einen dreiviertel Liter Saft herunter. An Stelle von Mandellikör (für Leute, die keinen Alkohol konsumieren) kann man auch die gleiche Menge Sauerkirschsaft verwenden oder sich über die Verarbeitung von Bittermandeln schlau lesen. So schwer ist es gar nicht, die giftige Blausäure aus diesen herauszubekommen und das feine Mandel-Aroma heraus zu locken.

Die verwendete Menge des Saftes richtet sich nach der Gelierzucker-Art, bitte die Packungshinweise beachten. Ich bevorzuge 2:1- und 3:1-Gelierzucker, 1:1 ist mir persönlich einfach zu süß.

Zutaten

  • 700 ml Apfelsaft
  •   50 ml Zitronensaft
  • 1 Packung (500g) Gelierzucker 2:1
  • 1/2 Zimtstange
  • 1/2 TL gemahlener Ingwer
  • 1/2 TL gemahlener Kardamom
  • 35 ml Mandellikör (z.B. Amaretto)

Zubereitung

Dem erkalteten Saft werden in einem großen Topf Gelierzucker, Zitronensaft und die Gewürze untergerührt, über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag mit Zimtstange wie gewohnt (4 Minuten) aufkochen, zum Ende der Kochzeit die Zimtstange herausnehmen und Mandellikör zugeben. In saubere vorbereitete Gläser geben und es sich schmecken lassen.

Bilder

Der Wespe gefielen die Äpfel übrigens ebenfalls gut. Das heruntergefallene zur Seite gelegte Stück war ihr Mittagessen und sie störte mich und meinen Saft während des Entsaftens nicht mehr.
Schönes Wochenende. 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

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4 Kommentare zu “Freutag, 29.09.2017 / Apfelgelee mit Mandellikör

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